Im Winter beginnt für sonnenhungrige Urlauber wieder die Fernreise-Saison. Oft wird jedoch die Ferien-Vorfreude durch das Wetter in der Heimat getrübt: dann nämlich, wenn das Flugzeug in den Süden wegen Nebels oder Schneetreibens nicht starten kann. Doch Veranstalter und Fluggesellschaften zeigen sich auch bei Ausfällen wegen "höherer Gewalt" kulant.

Einen Anspruch auf Schadenersatz haben Reisekunden bei Flugplanänderungen wegen schlechten Wetters zwar nicht, aber die Unternehmen lassen es sich einiges kosten, um ihren Kunden dennoch den Urlaubsflug zu ermöglichen. Fällt zum Beispiel ein Nachtflug nach Bangkok wegen Nebels aus, so werden die Reisenden auf Kosten des Veranstalters zunächst in einem Hotel untergebracht und am nächsten Tag in die Sonne geflogen. Und selbst wer vor Ort bereits Anschlußprogramme gebucht hat, muß weder um den Ausflug noch um sein Geld bangen. Die Reiseleitung am Urlaubsort arbeitet in solchen Fällen Ersatzarrangements aus.

Ähnliches gilt für ABC-Flüge nach Amerika. Ist der Flug wegen schlechten Wetters verschoben, so wird für eine kostenlose Unterkunft bis zum Abflug gesorgt. Wenn aber durch die verspätete Ankunft in der Neuen Welt ein bereits gebuchtes Anschlußprogramm "platzt", so kann nur noch die Findigkeit der amerikanischen Reiseleiter weiterhelfen. Einen Rechtsanspruch auf Schadenersatz gibt es nicht.

Noch problematischer kann es werden, wenn der Möchtegern-Urlauber seinen Ferienflug versäumt, weil der Anschlußflug zum Beispiel von Bremen nach Frankfurt ausfällt. Auch hier versuchen die Reiseunternehmen zwar, den Nachzügler in einer anderen Maschine ins Urlaubsgebiet zu schicken. Geht der nächste Charterflug indes erst eine Woche später und kann der Kunde diesen Termin nicht nutzen, so bekommt er nicht mal durch eine Reiseausfallkosten-Versicherung sein Geld zurück.

Und auch die Lufthansa selbst haftet nicht, wenn einer ihrer Linienflüge wegen schlechten Wetters gestrichen wird. Hier haben Fluggäste erst dann Anpruch auf kostenlose Unterbringung, Transfers oder gegebenenfalls den Transport zu einem nebelfreien Flughafen, wenn sie bereits "eingecheckt" sind. Ist die Streichung vom Flugplan aber abzusehen und wurde die Abfertigung der Passagiere vorsorglich gar nicht erst begonnen, so muß man sich selbst um den Transport kümmern.

Klaus J. Busch