Von der banalen Weisheit, daß vor den Flughafenkabinen der Einwanderungsbehörde "die entfernteste Schlange meist die kürzeste ist, bis zu feinsinniger Philosophie über den "homo americanus" ("der Amerikaner hat eine große Angst davor, von der Gruppennorm abzuweichen") beschreibt

Paul Watzlawick: "Gebrauchsanweisung für Amerika. Ein respektloses Reisebrevier mit Zeichnungen von Dieter Klama, 143 Seiten, Piper-Verlag, München, 12,80 Mark,

die USA aus der Sicht des Neuankömmlings. Doch vom Anspruch, ein Reisebrevier zu sein, bleibt kaum mehr als von der Einschätzung als "Sach- und Lachbuch" im Verlags-Waschzettel.

Bis der Autor wortreich seinen Weg vom Flughafen zum Hotel findet und in vier Sätzen Kategorien und Unterkunftspreise abhandelt, hat der Leser schon mehr als ein Drittel des Buches gelesen. Indes, wirkliche "Gebrauchsanweisungen" für die Neue Welt bietet Watzlawick kaum.

Zwar analysiert der Psychologe amerikanisches Banker-Denken seitenlang, doch der für Touristen wichtige Tip, wie und wo man an eine Kreditkarte kommt, bleibt aus.

Bereits im Flugzeug nach Amerika sitzend, so der Einleitungstext, "erinnern Sie sich an dieses Buch, das Ihnen ein wohlmeinender Freund noch rasch als zusätzlichen, unerwünschten Reiseballast zugesteckt haben mag". Wenn dieser Freund nur wüßte, daß der Ballast nicht nur unerwünscht, sondern völlig unnütz ist... KB