Die Entscheidung kommt nicht überraschend. Bereits im Frühjahr hatte Lufthansa-Chef Herbert Culmann angedeutet, daß die Wiederbeschaffung der 737 erwogen werde, weil die Luftfahrtindustrie Kurzstreckenflugzeuge der nächsten Generation erst in der zweiten Hälfte der achtziger Jahre werde liefern können. Die gegenwärtige 737-Flotte muß aber früher ersetzt werden.

Damit erhöht sich aber auch die Chance, daß in den neunziger Jahren ein europäisches Kurzstreckenflugzeug gewählt wird, das frühestens Ende der achtziger Jahre fertig sein kann.

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Die Honeywell Bull AG in Köln, deutsche Tochter des Computerkonzerns CII-Honey well Bull, Paris, verliert einen zweiten Vertriebsmanager: Dieter Frank wird Anfang nächsten Jahres Geschäftsführer der Itel Deutschland Informationssysteme GmbH. Erst vor einigen Monaten war Franks Chef, der Honeywell-Bull-Generalbevollmächtigte Gert Bindeis, zur Kienzle-Apparate GmbH nach Villingen gegangen. Den Exodus im Vertrieb der Kölner spielen allerdings alle Seiten herunter: Bei Honeywell wird die „zufällige Duplizität“ betont, Frank verweist darauf, daß „die beiden Ereignisse in keinem Zusammenhang stehen“. Ihn habe die „Erweiterung meiner beruflichen Möglichkeiten im General Management“ gereizt.

Honeywell erreichte in der Bundesrepublik 1977 mit rund 1500 Mitarbeitern einen Umsatz von 271 Millionen Mark und wies fast vierzig Millionen Mark aufgelaufenen Verlust aus. Die roten Zahlen sind jedoch „inzwischen zu einem erheblichen Teil abgebaut“, wird aus Köln gemeldet. Die Itel Deutschland, Newcomer auf dem Markt für Großcomputer, gibt Umsatzzahlen noch nicht bekannt, in der Bundesrepublik werden zur Zeitetwa achtzig Leute beschäftigt.

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Nach dem Tod von Willy Kaus einen Monat vor seinem 79. Geburtstag müssen sich sein Sohn Peter (41) sowie seine beiden Schwiegersöhne Peter C. Küchler (47), Mitglied der Geschäftsführung der Messerschmitt-Bölkow-Blohm GmbH, und Jan Römer (41), von Beruf Rechtsanwalt, um eine ungemein schwierige Hinterlassenschaft kümmern. Vordringlich ist es, „selbstverständlich unter Wahrung der Interessen von Willy Kaus“ (so Küchler), den Streit mit der Bayer AG, an die Kaus 1974 die Metzeler-Gruppe verkauft hat, endlich beizulegen.

Kaum weniger wichtig: die Auseinandersetzung mit dem Finanzamt, das schon von Kaus einen erheblichen Obolus verlangt hat, der von diesem aber nicht akzeptiert wurde. Man kann annehmen, daß von den annähernd 60 Millionen Mark, die der Familie Kaus aus den ganzen Metzeler-Transaktionen brutto verblieben sind, der Fiskus noch kräftig absahnen wird. Heinz Blüthmann