Sowohl am Aktien- als auch am Rentenmarkt ist das Rennen in diesem Jahr gelaufen. Da niemand bis zum Jahresschluß nennenswerte Kursveränderungen erwartet, sind die täglichen Börsenumsätze gering. Mit Erleichterung haben die Kreditinstitute die Konditionen der Carter-Notes begrüßt. Da die Papiere bilanzmäßig im Bereich der kurzfristigen Kundenforderungen unterzubringen sind, sie gut verzinst werden und nicht abschreibungsanfällig sind, stellen sie gerade das dar, was die Banken gegenwärtig brauchen. Interessiert sind aber auch Versicherungen und große Industrieunternehmen, die in diesen Papieren einen Teil ihrer überschüssigen Liquidität unterbringen möchten.

Da befürchtet wird, daß die Carter-Notes einen Teil solcher Gelder absorbieren, die sonst dem Rentenmarkt zur Verfügung gestanden hätten, gerieten die festverzinslichen Papiere zunächst einmal wieder unter leichten Druck. In Rentenmarktkreisen ist man allerdings der Meinung, daß sich die Situation bis zum Jahresschluß wieder bessert.

Am Aktienmarkt melden sich die Käufer nur dann, wenn sie glauben, preiswert "einsteigen" zu können. Da andererseits aber die Neigung, Aktien zu den jetzigen Notierungen zu verkaufen, relativ gering ist, bleibt es am Aktienmarkt bei geringen Schwankungen. Etwas mehr Interesse bildet sich für die Versorgungsaktien heraus, an denen die freundliche Börsentendenz dieses Jahr res fast vollständig vorübergegangen ist. Wenn sich dies nunmehr zu ändern scheint, ist dafür auch die "große Politik" verantwortlich zu machen, die zwar zähneknirschend, aber doch notgedrungen und einer höheren Vernunft folgend der Kernkraft in der Bundesrepublik wieder grünes Licht zu geben bereit ist.

Wie immer in ruhigen Börsenzeiten finden Sonderbewegungen ein gesteigertes Interesse. Das gilt auch für den Kursanstieg der Pegulan-Aktien, deren Kurse sich innerhalb eines Jahres nahezu verdoppelt haben. Nicht ganz wohl ist allen Börsianern mit dem AEG/Telefunken-Kurs. Die spektakulären Vorstandsveränderungen haben nun auch den Außenstehenden deutlich gemacht, daß nicht einmal in der Führungsspitze ein dem Gesamtunternehmen nützliches Klima geschaffen werden konnte. K. W.