Die MAN Maschinenfabrik Augsburg-Nürnberg hat noch einmal Glück gehabt. Weil ihr Aufsichtsrat dem geplanten Einstieg beim amerikanischen Nutzfahrzeughersteller White Motors noch nicht, wie erforderlich zugestimmt hat, kann noch mal neu verhandelt werden.

MAN hatte im Oktober einen Preis von dreizehn Dollar für die Aktie geboten. Insgesamt sollten 12,6 Prozent des Kapitals für fünfzehn Millionen Dollar erstanden werden. Nicht einmal dies aber konnte das amerikanische Börsenpublikum so beeindrucken, daß es die Zukunft des kränkelnden White-Konzerns fortan für gesichert hielt. Wie zum Hohn stürzte der White-Kurs, der einen Jahreshöchststand von 15,5 Dollar vorzuweisen hat, auf sieben Dollar ab. Und unter diesen Umständen sagt der MAN-Aufsichtsrat zum 13-Dollar-Angebot natürlich nicht mehr ja. Schon bald wird sich also eine MAN-Delegation in die USA aufmachen und dann vielleicht, zu einem realistischen Ergebnis kommen.

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Offensichtlich zu Unrecht ist von der Grundig AG das überraschende Ausscheiden des Vertriebsvorstands Josef Stoffels, 51, auf persönliche Gründe zurückgeführt worden. Gewiß gibt es die, aber sie spielten, wie jetzt bekannt wird, eine untergeordnete Rolle.

Maßgebend dafür, daß sich Grundig und Stoffels trennten, daß dieser darum bat, vorzeitig aus seinem Vertrag entlassen zu werden, waren erhebliche Differenzen mit dem nach wie vor in allen wesentlichen Fragen dominanten Firmengründer und Aufsichtsratsvorsitzenden Max Grundig, 70. In den letzten Jahren hatte Stoffels Vertriebspolitik vor allem auf den Fachhandel abgestellt – zu einer Zeit, zu der es Max Grundig gesundheitlich nicht besonders gut ging. Je aktiver der Genesene sich dann wieder um die Geschäfte kümmerte und je schwieriger der Absatz von Farbfernsehgeräten angesichts zunehmender Marktsättigung wurde, um so größer wurden offenbar die Reibungen zwischen dem Boß und dem auf seinen Ruf in der Branche bedachten Chefverkäufer.

Stoffels sagte sich wohl, besser mit 51 sich neu orientieren als mit 60 der ganz große Krach. Wie man hört, ist er enttäuscht, daß Grundig die Lesart "familiäre" Gründe verbreiten ließ, um die Meinungsverschiedenheiten zu vertuschen.

Konkursverwalter Hans-Richard Schulze hat es geschafft: Walther Büromaschinen ist, vier Jahre nach der Konkursmeldung, über den Berg; in der nächsten Woche stellt sich die Nachfolgegesellschaft Walther Electronic AG vor. Schulze gibt zum 1. Januar die Leitung der Walther Büromaschinen GmbH i. K. ab "i. K." steht für "in Konkurs". Über 400 Arbeitsplätze sind damit im württembergischen Gerstetten erhalten geblieben. Das Unternehmen produziert inzwischen vor allem elektronische Rechenmaschinen. In diesem Jahr werden zwanzig Millionen Mark Umsatz erwartet.