Von Gunhild Freese

Das Auto rast an das anderes heran, geht links vorbei und schwenkt wieder rechts ein. Eine Kollision wurde knapp vermieden: "Prima, gerade noch geschafft." Werbung im Fernsehen. Doch nicht für eine Automarke, sondern für eine Autorennbahn für Kinder. Rennbahnen mit "realistischen Überholmanövern" sind die Knüller im diesjährigen Weihnachtsgeschäft, gepriesen in einem aggressiven Vokabular, wie es sich die Automobilindustrie in ihrer Werbung längst abgewöhnt hat.

Die Spielzeugbranche hält noch weitere Knüller für den Nachwuchs bereit, die ihn mit dem künftigen Leben in der Erwachsenenwelt vertraut machen sollen:

  • Mit den Big-Jim-Figuren von Mattel samt Landrover und Sumpfboot können Kinder "auf Tiger- und Alligatorenjagd" gehen.
  • Mit den multimobilen Micronauts der Firma Plasty-Airfix kann Mondlandung geübt werden, unterstützt von Riesenroboter Biotron ("Batterieantrieb"), Mini-Roboter Microton, Forschungslaboratorien, Weltraum-Schlachtkreuzern und "Force Commander", dem "unbesiegbaren Anführer" der Micronauts.
  • Mit Modellsätzen kann alles von der versunkenen "Titanic" über die derzeit noch laufende "Queen Elizabeth II", Hubschrauber, eine Boeing 747 bis zur chinesischen Dschunke nachgebaut werden.
  • Schach, Tennis, U-Boot-Krieg und Schiffeversenken können auf Computer und Bildschirm geprobt werden.

Kriegsspielzeug, das Jahr für Jahr zum "Fest des Friedens" mit schöner Regelmäßigkeit zu erregten Debatten führt, spielt nur eine untergeordnete Rolle. Nicht einmal ein Prozent des Umsatzes wird damit erzielt.

Wenig Platz und...