Seit der Wettbewerb im Flugverkehr auf Grund der auf geweichten internationalen Luftverkehrsabkommen immer härter geworden ist, mischen zunehmend unseriöse Werbepraktiker mit in dem Wirrwarr der Preise. In der neuesten Ausgabe des "Trotter", Klubzeitung der Deutschen Zentrale für Globetrotter (dzg) in Berlin, berichten Mitglieder über ihre zum Teil sehr schlechten Erfahrungen mit Billigflügen.

Zwei Düsseldorfer hatten beispielsweise beim "Deutschen Alpenverein" eine Reise mit der "Baiair" nach Peru gebucht. Der Hinflug klappte, beim Rückflug war die Maschine hoffnungslos überbelegt. Obwohl die beiden pünktlich zwei Tage vor Abflug im Reisebüro in Lima eingetroffen waren, wurden sie nicht mehr von "ihrer" Fluggesellschaft befördert. Als "Lumpensammler", wie Linien, die in solchen Fällen helfend einspringen, im Jargon genannt werden, fungierte die KLM.

Zwei andere dzg-Mitglieder, die offenbar aufs Weitergeben schlechter Erfahrungen spezialisiert sind ("sie gehören zur Hausmafia"), ärgerten sich über "Wiso-Reisen" in Berlin. Auch hier funktionierte die Buchung nicht wie vorgesehen. Während der Hinflug nach Delhi mit "Aeroflot" reibungslos nicht nur über den Counter lief, warteten die beiden Globetrotter in Delhi tagelang vergebens auf ihren Rückflug.

Öfter beklagt sind die eigenartigen Verkaufsmaßnahmen der "Europäischen Buchgemeinschaft". Nach Angaben der Vereinigung kommt es offenbar immer wieder, vor, daß auf Messen oder anderen günstigen Gelegenheiten "Drücker" die Zerstreutheit von eiligen Passanten ausnutzen und ihnen zum Beispiel Nordamerika-Sonderflüge des "Club-Reisedienst international" anhängen, ohne sie über die notwendige Mitgliedschaft bei der Buchgemeinschaft aufzuklären.

Der Übereifer, mit dem manche Reiseunternehmen um die Gunst der Kunden werben, führte in einigen Fällen zu Ausfällen. So hätten "Hauser-Reisen" (München) "superbillige" Flüge nach Kathmandu und Colombo/Sri Lanka angeboten, die beide inzwischen gestrichen werden mußten. Auch "Le Point" konnte sein Versprechen, Kathmandu oder Guatemala (direkt) anzufliegen, nicht einlösen.

Die Palette der Billigflüge bietet freilich trotz der Grauzonen noch genug farbige, interessante Tupfer. Ludmilla Tüting, die Leiterin der dzg, stellte im "Trotter" neben den bekannten Laker-Flügen und den Pan Am-Budget-Reisen einige (allerdings noch nicht erprobte) Angebote vor.

Für 1120 Mark beispielsweise geht es mit "Association for World Travel Service" (Franz-Sperr-Weg 32, 8000 München 50, Tel. [0 89] 1 50 50 19) viermal im Monat nach Mexiko (ein einfacher Flug kostet 760 Mark). Einzige Bedingung: Die Teilnehmer müssen unter 30 Jahre alt sein.