Es wär’ doch mal ganz interessant", sagte die Dame aus Hamburg, "eine Stadt wie Hamburg sozusagen mit französischen Augen zu sehen."

"Ich werd’mich mal um kümmern", sagte ich.

I.

Wie ich aus Frankreich nun wieder einmal nach Hamburg kam und hier, wie ich’s in Paris gewohnt bin, bei Rot über die Straße ging, weil weit und breit kein Auto in der Nähe war, da hupte doch so ein Kraftfahrer und gab ordentlich Gas. Er schnappte mich aber nicht. Er hätte mich gar nicht schnappen können, aber er wollte mir Bescheid hupen. Aus Gründen der Erziehung und der Aufklärung.

Anderntags sah ich voreiner Einfahrt eine Dame stehen, die sich mit anderen Damen unterhielt. Ein Auto schob sich näher, und als es dicht vor den Damen angekommen war, erhob es ein mehrstimmiges Getön, so als ob vier Germanen in verschieden gestimmten Euren bliesen. Und die Damen, die übrigens elegant und schön waren, traten mit ihren feinen Schuhen nebenan in die Pfütze und ließen dem Autofahrer sein volles Recht, denn es war und blieb sein Recht, in diese Einfahrt hineinzurollen, als ob da gar keine Damen stünden.

II.

Und hier folgt nun die Äußerung einer französischen Germanistin über ihren Besuch in Hamburg. Sie sagte, daß inHamburg Aufklärung und Erziehung mit Hilfe von Straßennamen betrieben würden, So könne man dort an der Hermannstraße lesen: Hermann, Cheruskerfürst, mit Daten von dann bis dann. Oder in der Klövekorngasse: Vorbesitzer des Grundstücks. Das ist für Französinnen, die so sehr am Eigentum hängen, eine interessante Mitteilung.