Ein Modell für die Bewältigung von Pleiten?

Von Rainer Frenkel

Die Geschichte ist kurios, beinahe phantastisch. Und es könnte sein, daß nach ein paar Monaten das Urteil fällt: Sie hatte von beiden Eigenschaften zuviel.

Die Geschichte also: Da geht eine Firma sehr plötzlich pleite; wird dennoch vom Konkursverwalter, was eigentlich nicht seines Amtes ist, viereinhalb Jahre lang über Wasser gehalten; macht trotz des Kains-Mals "i. K." ("in Konkurs") im Firmennamen ordentliche Geschäfte, sogar gelegentlich Gewinne; und erlebt ihre Wiederauferstehung, mehrheitlich im Besitz der verbliebenen Arbeitnehmer.

Da soll und will, auf der anderen Seite, ein Mann die angeschlagene EDV-Abteilung des renommierten Unternehmensberaters Kienbaum wieder auf die Füße stellen; dabei reüssiert er nicht gerade; wird die Abteilung und auch das Arbeitsverhältnis zu Kienbaum aufgelöst; und nach ein paar Monaten Pause steigt der Mann mit bescheidenem Einsatz an eigenen Mitteln zum Vorstandsvorsitzenden jenes neu erwachten Unternehmens auf.

Die Rede ist von Thomas E. Panzer, der alten Walther Büromaschinen GmbH i. K. und der neuen Walther Electronic AG in Gerstetten, wo Kenner die Rauhe Alb wissen – die anderen finden das Dorf in der Nähe von Ulm.

Dieses Dorf sieht neuerdings Besucher, die sich früher nur selten auf den Weg dorthin machten und auch nicht so recht in die bäuerliche Umgebung passen wollen: Männer, die sich in all der Schlichtheit, die diesem Stand zu eigen ist, "Computer-Leute" nennen, und andere, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, für eine gebührende Provision das Geld "alter reicher Leute" in irgendeinem vielversprechenden Unternehmen anzulegen.