Wenn der Wunsch des Verbrauchers der Vater der Konjunktur ist, kann sich die deutsche Wirtschaft 1979 auf einen Auto-, Einrichtungs- und Bauboom einstellen. Schöneres Wohnen oder ein neues Auto stehen nämlich ganz oben auf der Wunschliste der fünftausend Haushalte, die von der Forschungsstelle für empirische Sozialökonomie und der Gesellschaft für Konsum-, Markt- und Absatzforschung (GfK) nach ihren Kaufabsichten befragt wurden. Wachsenden Bedarf registriereten die Meinungsforscher auch für Tiefkühltruhen, Waschmaschinen und Farbfernseher.

Das steigende Interesse an diesen langlebigen Gebrauchsgütern wäre freilich nicht denkbar ohne eine optimistische Beurteilung der Konjunktur in der Bundesrepublik. Mehr als ein Fünftel der Verbraucher, nämlich 22 Prozent, ist überzeugt – so die GfK –, daß sich die allgemeine wirtschaftliche Situation im kommenden Jahr bessert, und nur 13 Prozent meinen, daß sich die Lage wieder etwas verschlechtern wird. Dreißig Prozent der Befragten gehen davon aus, daß es 1979 weniger Arbeitslose geben wird, im Mai dieses Jahres hatten nur fünfzehn Prozent so günstige Erwartungen gehegt. Daß sich die Lage auf dem Arbeitsmarkt eher verschlechtern wird, glauben jetzt nur noch zwanzig Prozent, halb so viel wie einst im Mai.

Einen Wermutstropfen in die allgemeine konjunkturelle Vorfreude läßt allerdings das Rheinisch-Westfälische Institut für Wirtschaftsforschung (RWI) fallen, das bei den Unternehmen einen Mangel an Zuversicht erspürte. Die Mitte Mai von der Regierung beschlossenen Maßnahmen hätten nicht die Investitionsbereitschaft in der privaten Wirtschaft gestärkt, sondern nur die Hypothek hoher Staatsschulden vergrößert.

Bestätigt wird der Optimismus der deutschen Verbraucher von der Bundesbank, die in ihrem jüngsten Monatsbericht von einer kräftigen Belebung der Wirtschaft spricht. Danach ist die inländische Nachfrage immer noch die entscheidende konjunkturelle Antriebskraft, die zu einer wachsenden Investitionsbereitschaft der Unternehmen geführt hat. Im dritten Quartal dieses Jahres lagen die gesamten Auswendungen der Wirtschaft für Ausrüstungsinvestitionen um 8,5 Prozent höher als im gleichen Vorjahreszeitraum. Alle Rekorde schlägt im dritten Quartal die Bauindustrie mit einem Auftragsplus von 24 Prozent. Ho