Durch, die Blume

Was dem Fürsten Bismarck recht war, muß dem Bundespräsidenten Walter Scheel nun billig sein. Wirbt der Name des einen eher beziehungslos für Schnaps und Heringe wird der des anderen bald jedem Schrebergärtner geläufig sein. Einem Antrag des niederländischen Blumenzwiebel-Zentrums zufolge wird nämlich eine Tulpe künftig den Namen unseres Bundespräsidenten tragen. Nach Angaben der Züchter zeichnet sich die "Walter Scheel" vor allem durch ihre liberale "gelbe Farbe, durch die gute Haltbarkeit in der Vase und die besondere Eignung als Gartentulpe" aus. Während der Bonner Bundesgartenschau wird diese Tulpe ihre Freiland-Premiere haben. Schirmherr des Geranienfestes ist selbstverständlich Walter Scheel

Unheiliger Tempel

Jim Jones, Oberhaupt der Volkstempel-Sekte, die in Guyana einen Massen-Selbstmord beging, hatte seine Finger in vielen dunklen Geschäften. Unklar ist, woher die 14 Millionen Dollar stammen, die er angeblich testamentarisch der Sowjetunion vermacht hat. Klar scheint dagegen zu sein, daß er 1975 Mitglieder seiner Sekte busweise nach San Francisco karrte, damit sie dort Wahlbetrug begingen – unter anderem zugunsten seiner Freunde, Bürgermeister George Moscone und des Finanzdezernenten Harvey Milk. Beide wurden vor drei Wochen von einem früheren städtischen Angestellten erschossen.

Nichts dazugelernt

Der Skandal um das südafrikanische Informationsministerium macht Pretoria weiter zu schaffen. Soeben hat eine Untersuchungskommission festgestellt, daß in der Tat über 100 Millionen Mark an Steuergeldern in einem Geheimfonds verschwunden sind. Dubiose Geschäfte und Propagandaaktionen wurden damit finanziert, Korruption und Stümperhaftigkeit spielten dabei eine entscheidende Rolle. Über ihre Regierenden sind 13 Prozent der Wähler der Nationalen Partei derart verbittert, daß sie sie nicht mehr wählen wollen – so die letzte Meinungsumfrage. Nur Premier Botha scheint nichts dazugelernt zu haben. Nachdem Zeitungen die ganze Affäre ans Licht gebracht haben, will er künftig "Gerüchtemachern" per Gesetz das Schreiben verbieten.

Beihilfen