Coca-Cola unterzeichnete einen Exklusivvertrag mit China – zum Ärger von Pepsi

Mit den Amerikanern, wir wissen es, kommen auch deren zivilisatorische Errungenschaften ins Land: vom Kaugummi über den Hamburger und die Cola bis zum Computer einer bestimmten Marke.

Nun werden also auch den Chinesen diese Segnungen zuteil: Boeing wird seine Jumbos ins Reich der Mitte verkaufen, PanAm dreimal wöchentlich die Hauptstadt Peking anfliegen, das Hotelunternehmen Interkontinental eine Hotelkette in China errichten, und die Hamburger-Kette McDonald’s soll auch die Chinesen bald mit Brötchen und Hackfleisch erfreuen – wenn entsprechende Verhandlungen zum Abschluß gebracht werden. Bei einer anderen Errungenschaft des american way of life ist dies schon erreicht: Das Reich der Mitte muß nicht mehr langer ohne Coca-Cola existieren.

Als "unglaubliches Ereignis" feiert denn auch J. Paul Austin, Vorstandsvorsitzender der Coca-Cola-Company, die Unterzeichnung eines Vertrages, nach dem sein Unternehmen vom kommenden Jahr an das 850-Millionen-Volk mit Coke beliefern soll. Zunächst mit dem fertigen Produkt; sobald eine Abfüllanlage in Schanghai fertiggestellt ist, wird nur noch das Konzentrat aus den USA geliefert.

Mit diesem spektakulären Erfolg gelang es Coke-Chef Austin zugleich, seinen ewigen Erzrivalen und Herausforderer, Pepsi-Cola, wieder einmal auf den zweiten Platz zu verweisen. Austin, ein guter Freund des derzeitigen US-Präsidenten Jimmy Carter, betonte indes sofort nach Vertragsunterzeichnung, daß die Normalisierung zwischen beiden Staaten die geschäftlichen Beziehungen nicht begünstigt habe. Schon seit zehn Jahren hätte man Verhandlungen mit China geführt.

Die guten Beziehungen seines Konkurrenten, dem Pepsi-Chef Donald H. Kendall, zum damaligen US-Präsidenten Richard Nixon freilich hatte Pepsi den Weg in die Sowjetunion geebnet. Seit 1973 beliefert Pepsi im Rahmen eines Exklusivvertrags die Sowjetunion mit seinem Cola-Getränk. Damit war dem permanenten Marktführer Coca-Cola ein empfindlicher Schlag verabreicht worden.

Doch nicht nur auf ausländischen, vor allem am heimischen Markt konnte Pepsi Boden gewinnen. Dabei haben sich die Formen des Wettbewerbs der beiden Getränkegiganten beträchtlich geändert. Während früher Pepsi als Billigprodukt die Märkte zu gewinnen versuchte, ging der Herausforderer in den letzten Jahren zu massiveren Maßnahmen über. Zunächst wurden die Bereiche bearbeitet, wo Coca-Cola nur schwach vertreten war.