1. Januar: Der zu seinem Glück immer noch anonyme Unglücksrabe, der mit seinem Slogan für den Europawahlkampf der CDU: "Glück für die Menschen" nicht nur bei Kurt Biedenkopf unangenehm auffiel, faßt in der Silvesternacht, inzwischen völlig isoliert, den einsamen Entschluß, den Beruf zu wechseln und entweder Glücksritter zu werden oder sich ganz dem Glücksspiel hinzugeben, wozu ihm CSU-Generalsekretär Stoiber telegraphisch viel Glück wünscht.

5. Januar: Bei seiner ersten Begegnung mit seinen Gipfelkollegen auf der Antilleninsel Guadeloupe tadelt der Kanzler auf seine burschikose Art Premierminister Callaghan dafür, daß Großbritannien nicht am europäischen Währungsverbund teilnimmt, dann rügt er Präsident Carter, weil es ihm nicht gelinge, den Dollarverfall aufzuhalten, und schließlich motzt er noch Freund Giscard an, weil der auf Guadeloupe als Tagungsort bestanden hatte, Schmidt aber lieber auf seiner Bahama-Insel geblieben wäre. Mit Hilfe einer großzügig dosierten Portion Streicheleinheiten gelingt es den drei anderen Staatsmännern, den mürrischen Kanzler halbwegs zu versöhnen.

8. Februar: Der bekannte Steuermann Fredersdorf bringt erneut das einmalige Kunststück fertig, die Führungsspitzen der drei großen Parteien in Angst und Schrecken zu versetzen, und zwar mit der fürchterlichen Drohung, er werde nun endgültig seine Steuerpartei gründen.

21. Februar: Die Auseinandersetzungen um angebliche Waffengeschäfte des BND und eine mögliche Mitwisserschaft Karl Carstens’ finden vor dem Kölner Oberlandesgericht eine befreiende Lösung: Wie sich nun herausstellt, hatte wieder einmal der Druckfehlerteufel seine Hände im Spiel. Es ging damals keineswegs um illegale Waffengeschäfte, sondern um durchaus erlaubte Waffelgeschäfte des BND. Ob er etwas davon gewußt habe, daß diese Waffeln in Spannungsgebiete geliefert wurden, kann Carstens nicht mehr sagen. Jedenfalls steht seiner Wahl zum Bundespräsidenten nun wirklich nichts mehr im Wege, zumal auch seine NS-Parteigenossenschaft schon seit 34 Jahren ruht und ohnehin zu den verjährten Jugendsünden zählt,

9. März: In China steht nun endgültig auch Vivaldi nicht mehr auf der Schwarzen Liste der berüchtigten "Viererbande". Zum Zwecke seiner endgültigen Rehabilitierung soll demnächst in Kanton ein mehrtägiges Vivaldi-Festival stattfinden. Verboten bleibt bis auf weiteres Puccinis Oper Das Mädchen aus dem goldenen Westen und sein Turandot.

26. März: Bei einem Hearing zu der von Innenminister Baum vorgelegten Neufassung der "Technischen Anleitung Luft", auf der das Thema "saubere Luft" behandelt wurde, verließen mehrere der eingeladenen Experten, sich die Nase zuhaltend, mit dem geröchelten Ausruf: "Hier stinkt’s!" den Saal.

15. April: Einer Idee des bayerischen Innenministers Tandler folgend wird in der oberbayerischen Stadt Steinfurt die erste Quarantänestation für Schulkinder eröffnet, die aus einem anderen Bundesland nach Bayern einwandern und möglicherweise in ihrem Herkunftsland von linken Lehrern verseucht wurden. Bei dieser Gelegenheit wird auch eine neue Polit-Röntgen-Anlage für die von Minister Streibl propagierte Reihenuntersuchung von Bewerbern für den öffentlichen Dienst der Presse vorgestellt und eine erste Probedurchleuchtung vorgenommen. Die feinabgestimmte Elektronik des Gerätes ermöglicht es, selbst kleinste rote Blutkörperchen aufzuspüren und gefährliche Erreger zu entdecken, die dem bloßen Auge entgehen würden.