Wenn Schallabsorber an Wände oder Decken montiert werden, um das Leben in lärmerfüllten Räumen erträglicher zu machen, dann handelt es sich heute durchweg um "Luftbremsen": Die Platten, die unzählige Poren haben, dämpfen in ihren feinen Kanälen die Luftschwingungen, sie wandeln so bis zu 80 Prozent der Schallenergie durch Reibung in Wärme um.

Eine elegantere Methode hat Dr. Norbert Kiesewetter vom Stuttgarter Fraunhofer-Institut für Bauphysik präsentiert. Er entdeckte, daß sich Lärm auch in hauchdünnen Plastikfolien wirksam abbauen läßt, wenn man diese Folien nur in eine bestimmte Form preßt. Sie werden dann durch die aufgenommenen Schallwellen in genau eingegrenzte Schwingungen versetzt, die in dem Plastikmaterial gleichsam durch einen molekularen Knautschzonen-Effekt gedämpft werden.

Unter den Möglichkeiten, die sich mit den neuen Absorbern auf tun, sticht eine besonders heraus: Da sich die Parameter, die das Absorptionsverhalten bestimmen – Masse und Elastizität des Materials, Form und Abmessungen des Absorbers – für jede Art von Schall recht genau ausrechnen lassen, kann man die Form an die jeweiligen Frequenzen optimal anpassen. Jedem Lärm also sein Design.

Und die Folien haben keine Poren. Feuchtigkeit und Dämpfe können darum ihre Funktion nicht beeinträchtigen, Pilze und Bakterien sich nicht mehr einnisten, was besonders wichtig in Krankenhäusern und in der Lebensmittelindustrie ist. Auch die Loggia im Wohnhaus an der Straße, die oft genug den Motorenlärm überträgt, läßt sich damit wetterfest auskleiden. FF