er unverheiratete Stubengelehrte Karl Sim| rock von Gut Menzenberg bei Bonn hatte vor mehr als hundert Jahren einen Sohn einer leichtfertigen Rheinreise gewarnt , mein Sohn, ich rate dir gut").

Simrock war Professor und Poet dazu. Er lebte behaglich auf seinem Weingut, schuf die lehrreiche Ballade von den Heinzelmännchen zu Köln und hatte die eigene, als verderblich erkannte Reiselust auf Dienstfahrten ins damals noch erträgliche Provinzstädtchen Bonn beschränkt.

Seine in der Folge vielgesungene Warnung vor dem Rhein hatte er in Fehleinschätzung künftiger Ereignisse in volksnahe Poesie mit klingenden Endreimen gekleidet. Wäre ihm klar gewesen, wohin das Reisefieber Enkel und Urenkel einmal treibt, er hätte ihnen zur vermeintlich schönsten Zeit des Jahres mühelos das Fegfeuer auf Erden prophezeien können.

Die ganze Wahrheit über den Unfug des alljährlich erneut anhebenden Reisewahns kennen indessen nicht einmal die Betroffenen selbst. Sie lügen sich, wie alte Kapitäne oder Jägdpächter, i in 4ieeigeie Tacbund, glaubens am Ende gar. Nur starke, unabhängige Geister haben die Kraft zur Erkenntnis und den Mut zum Eingeständnis. In den Archiven der Pauschalreiseveranstalter werden die Beschwerdebriefe unzufriedener Rei segaste wie Qeheimdossiers gehütet, die, ähnlich den Rechtfertigungen des Lew Kopelew, für alle Zeit aufbewahrt, doch nie veröffentlicht werden dürfen.

Hier sind sie.

Ich habe Freudentränen in den Augen einer Dame gesehen . Dies schrieb die Reiseteilnehraerin Nr. 12185944336042 an den Reiseveranstalter Neckermann. Die Tränen, wohlverstanden, rannen beim Anblick der Rückflugmaschine. Nr. 12185944336042 waren in der Fremde Enttäuschungen widerfahren. Niemand hatte sie darauf vorbereitet, daß Unterkunft und Verpflegung miserabel sein würden. Sie wußte sich dennoch zu helfen.

So viel Leitungswasser habe ich in meinem ganzen Leben bisher nicht in mich hineingeplem pert, und so viel Rrot habe ich nur im Krieg und in der Nachkriegszeit gegessen.