Exil ist ein Würfelspiel auf mobilem Spielplan. Der Plan besteht aus 36 quadratischen Kartonplättchen mit aufgedruckten Punkten und jeweils einer zweiziffrigen Zahlenkombination. Diese bezieht sich auf die Würfelaugen, ist etwa eine Drei und eine Fünf geworfen, so kann man im Spielverlauf entweder das Plättchen 3–5 oder 5–3 aufnehmen und versetzen.

Zunächst wird der Plan ausgelegt. Die erste Ziffer bestimmt die Reihe, die zweite den Platz, so daß die Plättchen säuberlich von 1–1 bis 6–6 zum Quadrat geformt liegen. Wer an der Reihe ist, wirft beide Würfel, zieht und verlegt anschließend ein durch die Würfel definiertes Plättchen mit der Absicht, den eigenen Weg zum Zielpunkt zu bahnen oder den Mitspielern den Weg abzugraben. Wer auf diese Weise vom übrigen Spielplan isoliert wird, gilt als "ins Exil" geschickt.

So spartanisch der Grundgedanke, so spannend das Spiel. Jedenfalls, wenn man es zu viert spielt. Zu dritt geht es gerade noch, zu zweit kommt man sich zu wenig ins Gehege. Wie beim Menschärger-dich-nicht dürfen sich die Spieler gegenseitig rausschmeißen, und zwar so, daß sie den Gegner auf ein beliebiges anderes Feld bugsieren. Das kann ein Nachteil sein, wenn dieser dadurch diametral dem Zielpunkt gegenübersitzt. Doch auch dieses Plättchen ist, wird es erwürfelt, frei versetzbar. So schlägt, was zum Nachteil gereichen sollte, rasch in Vorteil um, wenn ein im Exil Isolierter den Schlußpunkt seiner Insel angliedert.

Den ersten Durchgang haben wir auf dem Tisch gespielt. Als der Plan im Verlauf der Aktionen immer mehr in Einzelteile zersetzt wurde, reichte die Fläche nicht mehr aus. Und wenn uns jetzt der Sinn nach Würfeln steht, bewaffnen wir uns mit ein paar Kissen und breiten uns auf dem Teppich aus. Sehr zur Freude von Tanuki, dem Dackel, der bisweilen mit einem gezielten Schwanzwedler das Seine dazu beiträgt, den Spielplan noch weiter auszudehnen. Tom Werneck

EXIL von Carlton B. Wilder, Piatnik-Spiele Wien, Vertrieb für Deutschland durch F. X. Schmid, Postfach 326,8 München 1. 2–4 Spieler, Spieldauer 15–45 Minuten, Preisempfehlung DM 9,50.