Nur kurz war die Überlegung, wer denn wohl der rechte Mann sei, die ökonomischen Zukunftsperspektiven für 1979 zu geben. Herr X, Leiter eines, was sage ich: des deutschen Autokonzerns hatte schon das ganze Jahr über unerschrocken die Wahrheit gesagt, gelegentlich sogar Aug’ in Aug’ mit Gewerkschaftern, die ja bekanntermaßen kommunistisch unterwandert sind. Warum sollte er ausgerechnet zum Jahreswechsel nichts zu sagen haben!

Leider war seine Begeisterung, mich zu treffen, nicht ungetrübt. Und so kamen wir nicht gleich zum Thema "1979". Zunächst einmal war Vergangenheit zu bewältigen.

"Lieber Freund", sagte er, "nun habe ich Ihnen schon so oft erklärt, warum wir die Autopreise immer wieder erhöhen müssen, und Sie haben schon wieder geschrieben, diesmal sei das nicht zu verantworten gewesen. Ich sage: Gerade weil wir unsere Verantwortung kennen – denken Sie nur an die vielen, vielen Arbeitsplätze –, mußten wir die Preise erhöhen. Wenn Sie das beim nächsten Mal wieder vergessen haben sollten, rufen Sie mich doch an, bevor Sie schreiben!"

"Herr X", sage ich, "ich will es wirklich nicht vergessen. Und so lange wird es ja nicht dauern bis zur nächsten Preiserhöhung. Kommen wir nun zu dem, was unsere Leser beschäftigt: Was wird 1979?"

"Das beantworte ich gern", antwortet Herr X – wieder freundlicher, aber nicht froh – "ich bin in großer Sorge und möchte ausgehend davon wirklich sehr entschieden und sehr klar sagen, wenn das so weiter geht, wie es gerade ist, ich will es noch deutlicher machen: wenn sich nichts ändert, dann bin ich wirklich in großer Sorge. So kann es schließlich nicht bleiben. Und die Verantwortlichen müssen rasch und "vor allem sehr schnell handeln". "Ich meine", sagt X, "daß der Gesetzgeber sich endlich auf seine Verantwortung für das Wohl des Ganzen besinnen muß."

"Gewiß", sage, ich, "wir beide wissen ja vielleicht auch, was Sie meinen; wenn Sie für den Leser aber, der sich nicht unbedingt so auskennt, ein Beispiel parat hätten. ...."

"Aber gern", Herr X nimmt Fahrt auf, "Sie wissen, daß ich mich immer; einer offenen und klaren Sprache bediene. Also nehmen Sie die Hochschulen. Da kriegen alle, meist noch ohne richtige Prüfung, gute Zensuren; wenn die dann zu uns kommen, wollen sie viel Geld, leisten nichts und sind dann auch noch unzufrieden. Ausgehend von dieser Situation, die durch die Konkurrenz der Japaner noch verschärft wird, möchte ich sehr entschieden meinen: Wir brauchen mehr Handwerker und Facharbeiter."