Für die Urlaubsreise gab im vorigen Jahr jeder Bundesbürger durchschnittlich 669 Mark aus. Das errechnete erst jetzt das Statistische Bundesamt in Wiesbaden.

Nur rund ein Drittel der insgesamt 23 Milliarden Mark aus deutschen Ferienbudgets blieben im Inland, 15,3 Milliarden wurden auf Auslandsreisen ausgegeben. Freilich waren Urlaubsfahrten über die Landesgrenzen hinaus auch wesentlich teurer als in heimischen Feriengebieten Pro Auslandsurlaub zahlten die Deutschen etwa 823 Mark, eine Inlandsreise kostete dagegen nur durchschnittlich 487 Mark.

Der Umfang der deutschen Reisekasse hing unmittelbar von Familienstand und finanziellen Verhältnissen ab. Alleinstehende hatten für die Urlaubsreise mit 829 Mark das meiste Geld übrig, Familien mit einem monatlichen Nettoeinkommen von über 2500 Mark waren wesentlich spendabler als Haushalte mit einem geringeren Budget.

Während die Gutverdienenden 1977 etwa 17 Prozent mehr Geld als im Vorjahr auf Reisen verbrauchten, wurde in Haushalten mit weniger als 2500 Mark Monatseinkommen kräftig gespart: 14 Prozent weniger Geld als bei früheren Urlauben wanderte diesmal in die Ferienkasse. Die wirtschaftliche Unsicherheit ließ in diesen Familien die Urlaubsreise zum Luxus werden, andere Anschaffungen und Rücklagen hatten Vorrang.

Doch auch 1978 stiegen die Reiseausgaben der Deutschen weiter. Das jedenfalls zeigen erste Berechnungen der großen Reiseveranstalter. Die Branche steigerte ihren Umsatz um etwa 13 Prozent und verschickte zehn Prozent mehr Urlauber als vor einem Jahr. Fast zwei Drittel aller Reisebüro-Kunden buchten dabei eine Flugreise, größerer Beliebtheit erfreute sich außerdem das Autoreisegeschäft. Es nahm, vor allem wegen des ausgeweiteten Angebotes an in- und ausländischen Ferienwohnungen und -häusern, um mehr als 12 Prozent gegenüber 1977 zu. KB