Die entschlossene Fortsetzung des Klassenkampfes ist nach Auffassung von SED-Politbüromitglied Kurt Hager die unveränderte Aufgabe aller Kommunisten 60 Jahre nach Gründung der KPD.

Aus dem Inferno des imperialistischen Krieges und dem Feuer der Novemberrevolution, aus dem Sumpf des Opportunismus und Sozialchauvinismus erhob sich vor 60 Jahren – wie der Phönix aus der Asche – die revolutionäre Partei des deutschen Proletariats, die Kommunistische Partei Deutschlands.

Die Geschichte hat ihr Urteil getroffen: Jene, die sich in der Novemberrevolution des Jahres 1918 und danach verbanden, um die gesellschaftliche Entwicklung in den alten Bahnen zu halten, sind vom Verlauf des Klassenkampfes widerlegt worden. Nur die Politik der Kommunisten bot zum Weg des Imperialismus die Alternative, die sich als geschichtlich tragfähig erwies. Die Deutsche Demokratische Republik ist der Beweis für die Richtigkeit dieser Alternative, dafür, daß nur durch den Sozialismus die Lebensfragen des Volkes, die großen Fragen unseres Jahrhunderts gelöst werden können.

Wenn es heute in einigen kommunistischen Parteien Bestrebungen gibt, den Leninismus als angeblich nicht mehr zeitgemäß zu betrachten, so bedeutet dies nicht nur den Verzicht auf das theoretische Rüstzeug, das uns Lenin durch die schöpferische Weiterentwicklung der Lehren von Marx und Engels übermittelte. Es bedeutet zugleich den Verzicht auf grundlegende in Jahrzehnten erprobte Kampferfahrungen, die auch durch neue Probleme der Entwicklung des Kapitalismus und des Klassenkampfes nichts an Aktualität verlieren. Die-Preisgabe solcher Erfahrungen hat der Arbeiterbewegung noch nie Nutzen gebracht.

Die in allen sozialistischen Revolutionen bestätigte zentrale Rolle der politischen Macht der Arbeiterklasse versuchen sozialreformistische, revisionistische und auch anarchistische Ideologen durch vom Leben losgelöste Vorstellungen vom Sozialismus zu ersetzen. Die Geschichte kennt jedoch kein Land, in dem es je gelungen wäre, auf der Grundlage solcher Konzeptionen den Kapitalismus zu beseitigen und eine sozialistische Gesellschaft zu errichten.

Unsere sozialistische Demokratie kann durch Anleihen bei der bürgerlichen Demokratie in keiner Weise "verbessert" werden, denn sie ist die millionenfache gesellschaftliche Aktivität von Arbeitern, Genossenschaftsbauern, Angehörigen der Intelligenz und anderen Werktätigen. Tagtäglich beweist unsere sozialistische Demokratie ihre Lebenskraft und ihre geschichtliche Überlegenheit.

Der reale Boden, auf dem einzig und allein die elementaren Rechte des Menschen garantiert werden können – den Anspruch auf ein Leben in Frieden und ohne Ausbeutung, das Recht auf Arbeit und soziale Sicherheit, das Recht auf Bildung – sind die Macht- und Eigentumsverhältnisse der sozialistischen Gesellschaft. Die Staaten der sozialistischen Gemeinschaft haben es nicht nötig, das Wort "Menschenrechte" als politische Phrase zur Irreführung der Massen zu mißbrauchen. Sie beweisen tagtäglich in der Tat die Einheit von Sozialismus und Humanismus, von Arbeiter- und Bauernmacht und wahrer Menschlichkeit.