Von Hans Jürgen Heise

Richard Wright ging es noch nicht darum, eine Parole wie „black is beautiful“ zu vertreten, so, als hielte er es eigentlich sogar für besser, schwarz zu sein. Ihm schwebte als gesellschaftliches und politisches Ideal vielmehr ein Amerika vor, in dem es den Negern lediglich gestattet war, „sich den Geist der westlichen Zivilisation voll zu eigen zu machen“.

So wirkt dieser Schriftsteller, der einst als vehementer Kämpfer für die Menschenrechte der Neger in den USA gegolten hat, heute eher wie ein tastender Vorläufer der militanten Black-Power-Bewegung. Richard Wright war durch und durch ein Kind des amerikanischen Südens, den er auf seine Weise wohl nicht weniger verinnerlicht hatte als ein aristokratisch fühlender weißer Autor wie William Faulkner. Selbst am Ende seiner Autobiographie

Richard Wright: „Black Boy – Bericht einer Kindheit und Jugend“, aus dem Amerikanischen von Kurt Heinrich Hansen; Verlag Kiepenheuer & Witsch, Köln, 1978; 320 S., 34, – DM,