Schon immer hatten die führenden Vertreter der Banken ein feines Gespür für politische Macht. Ein Blick in die Tagesordnung des nächsten „Bankentages“, der alle fünf Jahre stattfindenden Mitgliederversammlung des Bundesverbandes deutscher Banken am 26. und 27. März in Bonn zeigt, daß dieses Gespür noch immer da ist, und daß die Banken noch immer wissen, wo, wie man in Süddeutschland zu sagen pflegt, der Bartel den Most holt. Als Redner sind unter anderem aufgeboten: Bundeskanzler Helmut Schmidt, Finanzminister Hans Matthöfer, Wirtschaftsminister Otto Graf Lambsdorff – jedoch kein einziger Sprecher der CDU/CSU-Opposition.

Ein wenig mehr Zartgefühl regt sich immerhin noch beim Deutschen Sparkassen- und Giroverband, der öffentlichrechtlichen Konkurrenz, die ihr Jahresmeeting am 16. und 17. Mai in München abhält. An der Spitze der Sparkassengäste steht Bundespräsident Walter Scheel, doch auch Bayerns Ministerpräsident Franz Josef Strauß wird zu Wort kommen – und sei es nur, weil er der Landesvater ist.

Organisatorische Änderungen in den Bonner Ministerien bedeuten in der Regel eine neue Gewichtung der politischen Schwerpunkte des jeweiligen Ressortchefs. Eine bevorstehende Umorganisation bei Forschungsminister Volker Hauff zeigt das besonders deutlich.

Uwe Thomas, Diplomphysiker und bislang Leiter der Referatsgruppe Elektronik; Technische Kommunikation, wird demnächst Leiter einer neuen Unterabteilung, in der alle wesentlichen Bereiche der Informationstechnologie (Datenverarbeitung, Elektronik, Nachrichtentechnik usw.) zusammengefaßt werden.

Dahinter steckt die erklärte Absicht von Hauff, die Förderung der Datenverarbeitung in den kommenden Jahren auslaufen zu lassen.

Das Gerücht will einfach nicht verstummen, daß der geplante Telephonzeittakt von acht Minuten gar keine acht Minuten dauern, sondern für viele Telephonkunden kürzer ausfallen werde. Die Begründung: Der Acht-Minuten-Takt beginne nicht mit dem einzelnen Gespräch, sondern werde von einer unabhängig davon laufenden Uhr bestimmt. Die erste Zeiteinheit eines Telephongesprächs könne deshalb, wenn das Gespräch mitten in einer schon angelaufenen Zeiteinheit beginnt, auf weniger als acht Minuten, im Extremfall auf wenige Sekunden zusammenschrumpfen.

Das ist zwar nicht ganz, aber doch überwiegend, falsch. Post-Staatssekretär Lothar Wrede räumt zwar ein, daß sich die erste Zeiteinheit um maximal dreißig Sekunden verkürzen könne. Wenigstens die zweite und die folgenden aber seien dann wirklich acht Minuten lang.