Vor kurzem habe ich hier den Mistkerl vorgestellt, den elektronischen: den Superhirnrechner von Milton Bradley. Er ist nicht der einzige auf dem Markt. Auch Invicta hat ein solches Gerät herausgebracht. Es unterscheidet sich in der Spielkonzeption kaum von dem MB-Rechner, ist aber von allen angebotenen Versionen mit Abstand das kleinste und handlichste.

Sowohl MB als auch Invicta arbeiten mit der nüchternen Abstraktion der Zahl. Was Supermind oder Masterhirn so lebendig und anschaulich macht, ist die Übersetzung eines Codes in Farbe. Für mich ist die Kombination Rot-Blau-Gelb-Grün anschaulicher als die Kombination Neun-Sechs-Drei-Vier. Und bei beiden Zahlen-Versionen muß man den laufenden Fortgang des Spiels schriftlich festhalten. Invicta bietet wenigstens Block und Schreibgerät an, bei MB muß man selbst diese simplen Hilfsmittel stellen.

Als lebendige Alternative dazu hat Parker das Superhirn Elektronik herausgebracht. Der Rechner ist zwar reichlich klobig. Er hat fast das doppelte Volumen des Invicta-Rechners. Doch vom Spielwert her ist er sympathischer, lebendiger, fröhlicher.

Zur Auswahl stehen zwei Schwierigkeitsstufen. Man kann es sich aussuchen, ob der Rechner vier von sechs oder fünf von acht Farben zu einem Code zusammensetzt.

Das Gerät hat einen Schiebedeckel. Setzt man ihn zur Seite, so werden nicht nur die Tastatur und das Anzeigefeld frei, sondern es öffnet sich auch ein großes Ablagefach, in dem Farbstecker untergebracht werden. Was man jeweils als Lösungsvorschlag. eingeben möchte, wird zuerst konkret durch die Farbstecker aufgesetzt. Die Antwort des Rechners – also wie viele Farben erkannt wurden und wie viele zudem noch in richtiger Position stecken – wird im Anzeigefeld sichtbar und auf das Steckfeld übertragen. So hat man visuell deutlich und anschaulich den Fortgang des Spiels vor sich.

Das Anzeigefeld arbeitet mit altmodischen Leuchtdioden, die sehr tief liegen. Wer nicht direkt vor dem Gerät sitzt, sieht gar nichts. Mehrere können sich deshalb an der Lösungsknobelei nur schwer beteiligen.

Bleibt unbestreitbar die Tatsache, daß diese Version unter den drei Geräten des gleichen Spielprinzips die gefälligste Lösung darstellt. Ob man allerdings überhaupt eine elektronische Version braucht? Richtig ist, daß man keinen Partner mehr nötig hat, um seine kleinen grauen Zellen auf die Probe stellen zu können. Aber gerade der Partner ist ja das wesentliche Element des Spiels. Spiel ist Kommunikation zwischen Menschen. Die Elektronik bietet in immer schnellerem Ausstoß Geräte, die den menschlichen Spielpartner durch eine Maschine ersetzen. Kurzfristig lockt natürlich die technische Faszination. Doch langfristig? Tom Werneck