Der Gedanke, die Währungsreserven der Bundesbank wenigstens teilweise in Rohstoffen anzulegen, ist ebenso unverwüstlich wie die Idee, eine Inflation mit staatlichem Preisstopp zu bekämpfen. So verschieden die beiden Instrumente im Hinblick auf ihre Ziele sind – gemeinsam ist ihnen ihre Untauglichkeit. Da die Bundesregierung über das Anlegen von Rohölvorräten und ihre Finanzierung nachdenkt, lenkte sie ihre Blicke wieder einmal auf den Gold- und Devisenschatz in Frankfurt. Bundesfinanzminister Matthöfer hat verraten, daß dieses Thema mit der Bundesbank „rein akademisch“ erörtert worden sei.

Das wird in Frankfurt nicht bestritten. Aber die Bonner Vorstellungen decken sich nicht mit denen in Frankfurt. Für Matthöfer hat die Anlage der Reserven in Rohstoffen drei Vorteile: höhere Versorgungssicherheit, höhere Erträge der Bundesbank und die Aussicht, nicht mehr als Störenfried des Welthandels auf der Anklagebank zu sitzen.

Die Meinung der Bundesbankspitze läßt sich wie folgt zusammenfassen: Zunächst muß die Bundesregierung klären, ob sie in Abänderung eines früheren Beschlusses höhere Ölvorräte anlegen will; dann muß die Frage geklärt werden, woher die Bundesregierung die Marksummen nehmen will, mit denen sie die Ölvorräte finanzieren müßte; erst in einem dritten Akt könnte die Bundesregierung gegen diese Mark Dollar zum ölkauf aus den Währungsreserven der Bundesbank erwerben. Gegen eine solche saubere Finanzierung könnte niemand etwas einwenden. Ohne Mark geht’s freilich nicht. R. H.