Er hieß Jan und hat irgendeinmal zu Regine gesagt: „Man muß ganz still halten. Dann geht alles besser vorüber, so oder so.“

Und Maurice sagt: „Denk nach, ma petite, jetzt hast du Zeit. Wer denkt, der lernt. Und wenn du hier rauskommst, dann zeig, was du gelernt hast.“

Regine hat viel Zeit zum Denken und Lernen. In der Giebelkammer eines Bauernhauses, von zwei Bäuerinnen und einem französischen Kriegsgefangenen versteckt, ständig einer begründeten Todesangst ausgesetzt, versucht das siebzehnjährige Mädchen mühsam ihr Schicksal zu begreifen. Und im wahrsten Sinne des Wortes – mühsam – muß der Leser ihr Schritt für Schritt folgen.

Irina Korschunows literarischer und realer Erzählkunst ist es zu verdanken, daß ein heute unbelasteter Jugendlicher langsam die vom Nationalsozialismus perfekt ausgeklügelte Ideologie erkennt, der damals Menschen aller Altersgruppen verfallen waren.

In dem Jugendroman von

Irina Korschunow: „Er hieß Jan“; Benziger Verlag, Köln; 152 S., 16,80 DM

erfährt man zunächst, daß Regine versteckt werden muß und Gertrud, deren Mutter und ein französischer Gefangener ihr dabei behilflich sind.