Dem neuen Jugendbuch der für Kinderbücher mehrfach preisgekrönten Autorin Gina Ruck-Pauquèt liegt eine reizvolle Idee zugrunde. Zweierbeziehungen werden aus der jeweils unterschiedlichen Sicht eines Partners betrachtet und fordern den Leser damit zu einem objektiven Urteil auf. So dachte ich! Auch das Milieu ist ansprechend: Alltagswelt und Alltagsnöte des in der Literatur oft nicht ernst genommenen Kleinbürgertums. Es sind Geschichten von Menschen, die unter uns leben. So jedenfalls verheißt es der Klappentext des Buches von

Gina Ruck-Pauquet: „Wie in einer Seifenblase“; Beltz Verlag, Weinheim; 160 S., 14,80 DM.

Hier einige Beispiele: Stefanie, die eigentlich Friseuse werden wollte, statt dessen aber zur Ehefrau verdonnert, ungewollt Kinder auf die Welt bringt. Daneben Thomas, der sich sein Leben eigentlich als Rennfahrer vorgestellt hat, nun als Brotfahrer den Unterhalt für seine Familie verdienen muß und damit nicht fertig wird.

Dann lese ich von dem vergeblichen Kampf Benjamins gegen die Abhängigkeit von Eltern und Frau. Er beendet ihn, indem er weggeht, während seine Frau Janka das Sicherheit bietende Friseurgeschäft der Schwiegereltern dem Partner vorzieht.

Die zerbrochene Liebe zwischen Rudolf und Maria wird vorgestellt. Er, ein Trinker, der seine Kneipe herunterwirtschaftet, von einer Freiheit in Teneriffa träumt und trotzdem seine Maria nicht vergessen kann. Sie, die sich von Rudolf als Köchin und Serviererin ausgenutzt fühlte, findet endlich den Mut zur Trennung und einem neuen Leben mit den Kindern.

Es wird von dem Versuch berichtet, wie der Pharmazie-Vertreter Andreas und die gelernte Kosmetikerin Bonni sich gegen überholte Partnerschaftsvorstellungen, Anpassung und Konsum wehren.

Und schließlich lerne ich die Krankenschwester Marabeth kennen. Sie glaubt, daß die Abhängigkeit des rauschgiftsüchtigen Holgers ihrem Leben einen Sinn gibt und ihr damit die schwierige Pflege der todkranken Mutter erleichtert.