DIE ZEIT Nr. 4 und DIE ZEIT Nr. 6: DOSSIER Holocaust I und II. Leitartikel von Marion Gräfin Dönhoff: Eine deutsche Geschichtsstunde,

ZEIT Nr. 8. Nahum Goldmann: Juden und andere Deutsche, ZEIT Nr. 5 und ZEIT Nr. 6.

Mein Gott! Sie machen ein Spiel draus, und die den Stoff lieferten, hatten Mütter, Väter, Söhne, Töchter, Frauen, Männer, Brüder, Schwestern, Freunde... Die den Stoff lieferten, haßten, freuten sich, waren enttäuscht, hofften, lachten, weinten....

Sie machen einen Western draus. Säuberlich getrennt die Guten von den Bösen, die Sadisten von den nur Befehle Ausführenden, die zum Überleben Bestimmten von den zum Tod Bestimmten. Hat man jemals die Toten derart beleidige?

Mein Gott! Sieh, wie sie nachher analysieren: die moderaten Moderatoren mit Profigestik, die wohlfrisierten Experten in Sachen Massenmord, die Diskussionsrunde, es geht immer schön der Reihe nach, jeder darf mal reden, darf sich profilieren, keiner muß was sagen...

Mein Gott! Wie lange wird es noch dauern, bis sie uns in Gemeinschaftsproduktion die erste Hinrichtung zeigen? Live und in Farbe. Mit anschließender Diskussion. Anruf erwünscht. Bis ein smarter Medizinprofessor die Zuckungen des Delinquenten an Hand von Zeitlupenstudien analysiert? Einwand: Das würde die Menschenwürde des Verurteilten verletzen. Richtig. Aber offensichtlich verjährt die Pflicht zur Wahrung dieser Würde wesentlich schneller als Mord.

Mein Gott! Doch die Einschaltquoten sind beachtlich. R. Mutzel, Konstanz