Kleinlich ist er nicht, der bärtige Ajatollah Chomeini. Laut einer Meldung befahl er seinen Untertanen, die Waffen, die sie sich angeeignet hatten, wieder abzugeben. Wenn nicht, würden ihnen die Hände abgehackt. Nein, kleinlich ist er nicht.

Ich hörte die Meldung aus Teheran auf Reisen und hatte als deutscher Mensch den „Faust“ im Gepäck anstatt meines Korans: Der steht neben der Bibel daheim auf dem Bücherbrett.

„In der Schul bin ich gelernt worn“, um mit dem „Datterich“ zu reden, daß wir das Bibelwort „Aug um Aug, Zahn um Zahn“ nicht falsch auffassen sollten. Es sei nicht aufhetzend gemeint, sondern beruhigend, nicht gemein gemeint, sondern gerecht. Wem ein Zahn ausgeschlagen worden war, der solle vom anderen ebenfalls einen Zahn beanspruchen dürfen, nicht mehr. Man soll nichts übertreiben. Ein Auge gegen ein Auge, nicht etwa zwei oder drei.

Im Koran kommt Abraham als Prophet vor, ebenso wie Jesus Christus, der allerdings gesagt hat, wir sollten nicht nur unsere Nächsten, sondern auch unsere Feinde lieben, ein Gebot, durch das stillschweigend die Regel vom Augenausstechen, Zähneeinschlagen, Händeabhacken außer Kurs gesetzt ist.

Wir müssen also das Neue Testament „außen vor lassen“, wie man in Hamburg sagt. Wir können den Koran nur mit dem Alten Testament vergleichen, wenn wir Chomeinis Anordnung richtig verstehen wollen. Da er ein streng religiöser Mann ist; dürfen wir nach diesem Vergleich annehmen, daß er einem Untertanen, der nur eine Pistole besitzt, bloß den Finger am Drücker abhackt, nicht die ganze Hand. Er ist ja ein Heiliger, also gerecht.

Anders mag es einem Mann ergehen, der eine Maschinenpistole nicht abgibt. Wurde sie aus der Hüfte abgefeuert, so wird man sie dazu benutzen müssen, ihm die schuldige Hüfte wegzuschießen. Da die Handhabung der schweren Maschinengewehre wegen ihrer größeren und schnelleren Feuerstöße auf das Handgelenk geht (man kriegt dabei leicht den Datterich, nicht den Darmstädter, nicht den literarischen), gilt hier wohl eine andere Regel: Handgelenke ab!

Hat ein schiitischer Mann einen Degen und will ihn behalten, so genügt es, ihm nur einen Arm abzuschlagen, handelt es sich jedoch um die antiken persischen Schwerter, die am Knauf zweihändig gefaßt und hoch gestemmt werden, beide Arme.