Woher man auch kommt: aus dem Ruhrgebiet, aus Köln oder aus Frankfurt – nach Siegen ist es eine Stunde, über die Autobahn Sauerlandlinie und die Verbindung Köln–Olpe ist das Siegerland, dieser grüne Südzipfel Westfalens, für Wochenendausflügler oder Kurzurlauber auch aus dem weiteren Umland ein gutes Stück nähergerückt.

Wer das Siegerland noch nicht kennt, sollte zunächst die über 750 Jahre alte Stadt Siegen besuchen. Sie ist stolz darauf, wie Rom auf sieben Hügeln erbaut zu sein. Ob es freilich nach den vielen Eingemeindungen nicht inzwischen mehr geworden sind, wurde vorsorglich nie nachgeprüft. Von einem der Hügel, vom Oberen Schloß, hat man einen schönen Rundblick über die Dächer der Oranierschlösser, alte Kirchen, die verwinkelte Altstadt, über das Universitätsviertel und das Zentrum.

In Siegen, neuerdings Großstadt, spielt seit Menschengedenken Eisen eine beherrschende Rolle. Im Museum im Oberen Schloß kann man in ein Musterbergwerk einfahren und sehen, wie das Eisen abgebaut wurde – Erinnerung an eine jahrhundertealte Tradition, die in den sechziger Jahren zu Ende ging, als die letzten Erzgruben stillgelegt wurden. Der Eisenbearbeitung hingegen sind die Siegerländer bis heute treu geblieben.

Ein Teil des Museums ist Peter Paul Rubens gewidmet, dem berühmtesten Sohn der Stadt, der vor vierhundert Jahren in Siegen zur Welt kam. Die Rubenssammlung im Oberen Schloß ist sehenswert. Acht Originalgemälde des großen flämischen Meisters sind hier zusammengetragen worden und über 200 Graphiken. In den Räumen des Oranierschlosses kommen sie wirkungsvoll zur Geltung.

Der Altstadtbummel führt durch steile alte Gassen, an verlockenden Schaufenstern vorbei, fast zwangsläufig zum Mittelpunkt der Stadt, der Nicolaikirche am Markt. Der sechsseitige romanische Zentralbau mit dem goldenen Krönchen auf dem Turm ist das Wahrzeichen Siegens.

Im Unteren Schloß, das zwischen 1698 und 1714 auf den Grundrissen einer alten Universität erbaut wurde, kann man an der barocken Gruft der nassau-oranischen Fürsten kunstvoll gegossene Eisentore bewundern. Weiter stadtabwärts führt ein Weg an der alten Stadtmauer entlang und zur Martinikirche, einem spätgotischen Bau, in dem Reste weit älterer Vorgängerkirchen ausgegraben worden sind.

Die meisten Siegerland-Ausflügler suchen indes weniger die Stadt. Sie zieht es hinaus ins Grüne. Auf den etwa 600 Meter hohen Bergen rund um das Siegerland verläuft die kurvenreiche und landschaftlich besonders schön gelegene „Eisenstraße“, auf der in früheren Zeiten das Siegerländer Metall exportiert wurde. Waldparkplätze laden den Autofahrer zu Stopps ein und zu Rundwanderungen auf gekennzeichneten Wegen, die immer wieder auf Lichtungen führen. Von dort kann man weit auf das Tal und die langgezogenen, sanft geschwungenen Bergketten hinausschauen.