Zu einigen Punkten Ihres Berichts vom 2. Februar (ZEIT Nr. 6) „Siemens – schwarzer Freitag in München“ möchten wir Stellung nehmen.

Die Entwicklung unseres elektronischen Wahlsystems wird im ganzen nicht gestoppt, sondern weitergeführt. Die für dieses System bisher aufgewendeten Forschungsmillionen sind deshalb auch nicht vergeudet, sondern wir bauen auf den bisherigen Ergebnissen weiter. Es sind bereits mehrere Vermittlungsämter dieser Technik in Betrieb. Allein im laufenden. Geschäftsjahr werden wir etwa 250 000 Anschlußeinheiten in dieser Technik liefern. Davon gehen rund 170 000 Einheiten ins Ausland. Produktion und Absatz des elektronischen Wählsystems für Ortsvermittlungen werden auch in den nächsten Jahren weiter stark zunehmen.

Eine Umstellung gibt es lediglich bei der Entwicklung der elektronischen Wählsysteme für Fernvermittlungen. Hier wurde der Deutschen Bundespost vorgeschlagen – und sie hat dies auch akzeptiert –, in einem großen Schritt die analoge Fernwahltechnik zu überspringen und gleich auf ein Digitalsystem überzugehen. Die heute bereits im Fernsprechnetz eingesetzten digitalen Übertragungssysteme werden künftig zusammen mit digitalen Fernwahlsystemen ein technisch-wirtschaftliches Optimum bilden. Damit erhalten über hundert Siemens-Ingenieure – nur ein kleiner Teil unserer nachrichtentechnischen Entwicklungsmannschaft – eine modifizierte Aufgabe.

Der Beschluß verhilft der Post schneller zu einem Digital-Fernnetz, für Siemens bedeutet er eine Konzentration in der Entwicklung, eine Straffung der Produktlinie und mehr Chancen im internationalen Wettbewerb. Siemens hat bereits weltweit digitale Fernvermittlungssysteme vorgestellt und Aufträge erhalten. Wir haben deshalb die Entscheidung vom Donnerstag, dem 25. 1. 1979, erfreut und positiv aufgenommen.

Siemens AG

Dr. Alexander Großmann