Das Kind ist ein Teil der Familie, und deshalb kann man erwarten, daß es seinem Alter entsprechend im Haushalt mithilft. Dazu läßt sich jedes Kind anleiten, ohne daß es eine Belastung wird oder es in seinem Spieltrieb gestört wird. Allerdings sollte ein Kind für größere Arbeiten wie Fensterputzen oder Fußböden reinigen etwas Geld erhalten. Wenn beispielsweise eine berufstätige Mutter eine Haushaltshilfe anstellen müßte, statt dessen, aber ihr Kind mithelfen läßt, so wäre es durchaus in Ordnung, daß das Kind bezahlt wird.

Sylvia O’Brien, 14 Jahre

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Wir betrachten Mithilfe im Haushalt als selbstverständlich und finden es nicht gut, wenn man dafür Geld bekommt, Da die Familie ein „geschlossener Kreis“ ist, in dem jeder auf den anderen angewiesen ist, sollte auch jedes Mitglied der Familie bereitwillig und unentgeltlich seine Hilfe anbieten. Die Eltern arbeiten die ganze Woche, die Mutter auch noch sonntags, so daß die Kinder auch ohne finanziellen Anreiz ihren Teil zur Entlastung der Eltern beitragen können. Außerdem bekommen die meisten Kinder ohnehin Taschengeld, das unabhängig von ihrer Mithilfe ist, und das eigentlich für ihre kleinen Wünsche ausreichen sollte. Besonders bei jüngeren Kindern erscheint uns eine Erziehung angebracht, in der sie lernen, nicht gleich für jede kleine Hilfe Geld zu erwarten, denn wir sind der Meinung, daß zuviel Geld den Charakter verdirbt.

Klasse I BWS b der kaufmännischen Schulen

in Heidenheim

Man sollte Kindern für kleinere Arbeiten, Geschirr spülen, Müll wegbringen, eben mal Staubsaugen kein Geld geben, da dies Gefälligkeitsarbeiten sind, die man schnell erledigt hat, und mit denen man der Mutter hilft und ihr eine kleine Freude macht. Bei größeren Arbeiten wie „in die Stadt Einkaufen gehen“, Auto waschen, Keller entrümpeln sollte man die Arbeit belohnen. Es sollte jedoch keine festgelegte Geldsumme sein, lieber Süßigkeiten, eine Eintrittskarte für das Schwimmbad, ein kleines Buch oder ähnliches. Wenn man Kindern regelmäßig für Mithilfe im Haushalt Geld gibt, gewöhnen sie sich daran und tun nichts mehr ohne Geld. Ein dankbares Lächeln der Mutter oder ein gemeinsamer Spaziergang nach zusammen erledigter Hausarbeit ist ein gleichwertiger Lohn für die Hilfe. Außerdem lernen die Kinder dadurch, daß man mit kleinen Hausarbeiten anderen eine Freude machen kann. Elke Ritter, 18 Jahre