Sir Walter Scott konnte leider posthum keine Anwälte mehr beauftragen, um seinen Roman vom edlen Ritter Ivanhoe vor Hollywood-Regisseuren und „jugendgemäßen“ Kaufhaus-Ausgaben retten zu lassen. Über diese werkgerechte Bearbeitung seiner Story und über die erstklassige Ausstattung (dazu gehören auch die mehrfarbigen, ausklappbaren Farbtafeln) hätte er sich gewiß gefreut. Entstanden ist so etwas wie ein literarisches Sachbuch.

Scott hat seine Erzählung von Englands chaotisch-königloser Phase zur Zeit der Kreuzzüge, die er 1819 schrieb, mit allerlei geschichtlichen „Fakten“ versehen, die vor den kritischen Augen heutiger Historiker kaum standhalten. So ist es ein Verdienst dieses Buches, daß die spannende Geschichte mit korrigierenden Begleittexten und zahlreichen Sachillustrationen von Gerät, Mode, Waffen, Architektur und Paramenten angereichert wurde. Zu betonen ist auch der äußerst günstige Preis dieser bibliophil gestalteten Ausgabe.

Sir Walter Scott: „Ivanhoe“, übersetzt von Carl Mandelartz, Illustrationen von Christopher Bradbury; Schaffstein Verlag, Dortmund; 120 S., 24,80 DM.