Von Wolfgang Hoffmann

Bonns Oberbürgermeister Hans Daniels sah sich schon blumengeschmückt in der Stadtchronik verewigt, als er vor etwa einem Jahr wegweisende Worte über die Bundesgartenschau 1979 sprach: „Die Blumen-Olympiade soll keine technische Monsterschau werden. Wir wollen die Schönheit der Landschaft und Pflanzen wirken lassen.“

Eine Monsterschau wird die Blumen-Olympiade ganz sicher nicht, aber ein Monster ist sie schon jetzt. Bisher jedenfalls hat die Bundesgartenschau 1979, die Bonn – Hauptstadt politischer Fauna – nun auch zur Metropole echter Flora kreieren sollte, nur Spott und Hohn verdient. Der Grund sind Pannen und Pleiten.

Kurz vor den großen Sommerferien im vergangenen Jahr sickerte erstmals durch, was hinter den Kulissen der Gartenschau geschoben wurde. Ganz plötzlich zog damals der ADAC seine zugesagte Spende in Höhe von 80 000 Mark zurück. Das Geld sollte für eine Jugendverkehrsschule im Rahmen der großen Schau angelegt werden. Den Gartenschauorganisatoren war die ADAC-Gabe aber zu niedrig. Unverfroren verlangen die Hauptstädter den zehnfachen Betrag, 800 000 Mark. Das war selbst dem gutbetuchten Club zuviel. Verärgert sagte er gleich alles ab.

Die ADAC-Pleite war freilich nur die Spitze des Eisbergs. Kaum War der Sommer vorbei, kam scheibchenweise heraus, was die kommunalen Gartenmanager den Bürgern ihrer Stadt alles zugemutet haben. Der nicht gerade von der Sonne begünstigte Sommer hatte den frisch angelegten Rasen und reihenweise Jungbäume dahingerafft. Ein Teil verdorrte, ein< Teil ersoff.

Die Ursache: Das Gartenschaugelände war unsachgemäß aufgeschüttet und mit Tonlagen durchsetzt worden. Die Folge war, daß an manchen Stellen die Pflanzungen im Wasser schwammen, an anderen aber das Wasser gar nicht erst bis zu den Pflanzenwurzeln kam. Die Gartenmanager meinten harmlos: Von 6500 Pflanzen seien nur 150 eingegangen; dieser dreiprozentige Ausfall liege noch unter dem üblichen Durchschnitt von fünf Prozent.

Die Tatsache, daß auch bestehenden Baumbeständen, zehnjährige Pappeln, der Garaus gemacht wurde, ließ sich indes nicht so leicht als „üblich“ herunterspielen. Hier waren die Gärtner mit Unkrautvertilgungsmittel so verschwenderisch umgegangen, daß weit mehr als nur das Unkraut auf der Strecke blieb. Kommentar der Veranstalter: menschliches Versagen. Die Stadt pumpte zusätzlich 400 000 Mark in die notwendig gewordene Rettungsaktion. Ob das den gewünschten Erfolg hatte, wird sich erst im Frühjahr zeigen.