Forschungsminister Volker Hauff, der wiederholt die Bedeutung des Dialogs mit dem Bürger gerade in Sachen Kernenergie herausstellt, machte keine gute Figur, als der niedersächsische Landtagsabgeordnete Kurt-Dieter Grill, CDU, ihn zu einem Gespräch über das geplante Entsorgungszentrum in Gorleben einlud.

Grill ist Vorsitzender der sogenannten Gorleben-Kommission, die in Hannover aus Vertretern des Landes und der betroffenen Kommune Lüchow-Dannenberg gebildet würde. Der Forschungsminister sollte sich in der Kommission Fragen zum Entsorgungskonzept stellen. Volker Hauff sagte ab und erklärte sich lediglich zu einem Termin in Bonn bereit;

Immerhin hat Hauff damit mehr getan als der ebenfalls eingeladene Innenminister Gerhart Baum, der laut Grill nicht einmal geantwortet hat. Ob es nun daran liegt, daß Bundesminister – abgesehen zu Mahlzeiten – ungern in die Provinz reisen, oder daran, daß der einladende Gastgeber CDU-Politiker Ist – der Eindruck drängte sich auf, daß Hauff und Baum im konkreten Fall nicht viel Von Bürgernähe halten ...

*

Inzwischen zeigt sich immer deutlicher, wie sehr die deutsche Industrie durch die Vorgänge im Iran betroffen Wird. Eine Blitzumfrage Von Eberhard Schmitz, Chef der Industrie- und Handelskammer Bonn, gab ein aufschlußreiches Detailbild.

Die Industrie im Bonner Kammerbezirk muß mit einem erheblichen Rückgang im Persiengeschäft rechnen. Bislang hat der Iran schon Aufträge an Bonner Firmen in Höhe von 105 Millionen Mark storniert. 14 Firmen varten noch auf die Begleichung unbezahlter Rechnungen in Höhe von zehn Millionen Mark.