Wochenlang kamen aus Iran nur Hiobsbotschaften: Einstellung des Ölexports, Stillegung großer Baustellen, Sperrung der Grenzen für Importgüter, verzögerte und schließlich gar keine Zahlungen mehr. Für die deutsche Wirtschaft, die im ehemaligen Schah-Reich 485 Millionen Mark investiert hat, 1977, für 6,4 Milliarden Mark Waren nach Iran exportierte und Aufträge zum Bau von Großprojekten, wie das Kernkraftwerk Busher, abwickelte, war dies jedesmal ein harter Schlag.

Seit kurzem sind die Nachrichten aus Iran wieder freundlicher. Der neue Regierungschef Bazargan erklärte, die Bundesrepublik gehöre selbstverständlich zu den Ländern, die mit Öl beliefert werden. Er will die Großbaustellen nicht halb fertig liegen lassen, und er versprach, daß Iran seine Schulden bezahlen werde.

Doch ebenso, wie die schlechten Botschaften kein Grund waren, sogleich alle Hoffnung fahren zu lassen, so kann auch jetzt nicht die Devise gelten: Business as usual. Bis das gewohnte Geschäft wieder läuft, wird noch viel Zeit vergehen. Noch ist das neue Regime nicht etabliert – und noch wissen wir nicht, wie sich Geschäfte mit einem Land anlassen, in dem tiefgefrorenes Fleisch zum verbotenen Genuß erklärt worden ist. mj