Der bei der Anleihe der Lastenausgleichsbank nun endlich vollzogene Übergang zum siebenprozentigen Nominalzins hat den Kursverfall am Rentenmarkt vorerst gestoppt. Die private Kundschaft hat seit langem auf ein siebenprozentiges Papier gewartet, obwohl im Markt Anleihen Und Pfandbriefe zu höheren Renditen als sieben Prozent erhältlich waren. Doch dem privaten Sparer sind Renditerechnungen, bei denen der Nominalzins und der Tilgungsgewinn herangezogen werden müssen, zu kompliziert. Er Wünscht einen möglichst hohen Nominalzinssatz.

Wenn sich um die Wochenmitte herum bereits wieder Wolken am Rentenmarkt zeigten, lag dies an neuen Schuldscheinen des Bundes. Sie sind zwar mit marktgerechten Konditionen ausgestattet, doch hatte man erwartet, daß sich der Bund nach dem von ihm verursachten Debakel zunächst einmal mit der Schuldenaufnahme zurückhalten werde, damit sich die Verhältnisse am Rentenmarkt stabilisieren konnten. Das ist augenscheinlich nicht möglich.

Daß dem Aktienmarkt von den Renten her Impulse gegeben würden, war nicht zu erwarten. Ihn plagen andere Sorgen. Zu forsch wird von den Politikern die Furcht vor einer allgemeinen Mineralölverknappung als unnötig bezeichnet, mit zu betonter Zuversicht wird behauptet, die anvisierte Wachstumsrate von vier Prozent werde auch unter den veränderten Verhältnissen noch erreicht werden, um nicht das Mißtrauen der Anleger zu wecken.

Von Ausnahmen abgesehen, befinden sich die Aktienkurse daher auf einem langsamen Rückzug. Zu diesen Ausnahmen zählten in den letzten Tagen wieder die Veba-Aktien. Zum Kaufen regte die nun endlich erfolgte Genehmigung zum Verkauf von Gelsenberg an die BP an. Im übrigen geht man davon aus, daß die Veba – wie auch die anderen Gesellschaften – in diesem Jahr an der Ölkrise kräftig verdienen wird.

Die Kurse der Bank-Aktien haben sich stabilisiert, seitdem in Teheran erklärt worden ist, man werde die Altverpflichtungen des Iran anerkennen und entsprechend handeln. Die 7,5prozentige auf Mark lautende Anleihe der Industrial and Mining Development Bank of Iran, die vorübergehend bis auf 75 Prozent abgerutscht war, ist inzwischen wieder auf 89 Prozent gestiegen. Hier war für mutige Käufer ein rascher Gewinn erziehbar.

Spekulanten kümmert sich wieder um die sogenannten Restquoten der alten deutschen Großbanken, obwohl die Gerichte bisher Förderungen auf Aktivierung der alten Banken beziehungsweise flach – Lizenzzahlungen der „Neubanken“ für den Gebrauch.-der Namen abgelehnt haben. Aber die Leute, die hier opponieren und das Interesse für diese Papiere immer wieder anheizen, sind finanziell so stark engagiert, daß sie nicht mehr aufgeben können. K. W.