• Herr v. Bennigsen, hat die Veba nach der Genehmigung des Geschäfts mit der BP durch den Bundeswirtschaftsminister alle Probleme im Mineralölbereich gelöst? Ist nun Schluß mit den Verlusten?

v. Bennigsen: Die Vereinbarung mit BP bringt uns bei unseren Bemühungen um die Sanierung des Mineralölbereichs einen großen Schritt weiter. Wir geben Kapazität ab, die wir nachhaltig nicht brauchen. Sie verschafft uns ein beachtliches Finanzierungsvolumen, das wir zur Verbesserung unserer Rohölbasis einsetzen werden. Da außerdem unsere in den vergangenen Jahren eingeleiteten Rationalisierungsmaßnahmen voll zum Tragen kommen, bin ich in der Tat davon überzeugt, daß mit den Verlusten in der Größenordnung der vergangenen Jahre Schluß ist. Im Moment schreiben wir schwarze Zahlen.

  • Der Preis, den Sie gezahlt haben, ist die Ruhrgas-Schachtel. Könnte Ihnen das nicht leid tun, wenn die Veba bei Ihrer intensiven Ölsuche selbst auf Gas stößt und dafür Absatz sucht?

v. Bennigsen: Natürlich war die Abgabe der Ruhrgas-Schachtel für uns eine schwere Entscheidung. Dabei spielte aber keine Rolle, daß wir einen Abnehmer verlieren könnten. Wenn wir unser Gas der Ruhrgas zu wettbewerbsfähigen Bedingungen anbieten, dann wird die Ruhrgas auch mit uns einen Liefervertrag abschließen. Ob wir Aktionär der Ruhrgas sind oder nicht, spielt hierbei keine Rolle.

  • Läßt es Sie eigentlich völlig kalt, daß nun schon zum zweiten Male ein Bundeswirtschaftsminister vom Kartellamt blockierte Veba-Pläne genehmigen, mußte?

v. Bennigsen: Diese Frage zeigt, daßder Charakter der Ministererlaubnis meiner. Meinung nach noch immer mißverstanden wird. Dem Bundeskartellamt sind durch das Kartellgesetz enge Grenzen gezogen, es darf bei seinen Entscheidungen nur wettbewerbsrechtliche Gesichtspunkte berücksichtigen. Da dem Gesetzgeber bewußt war, daß hierbei gesamtwirtschaftliche Überlegungen nicht zum Tragen kommen, ist die Ministererlaubnis für derartige Fälle vorgesehen worden. Überragende gesamtwirtschaftliche Gründe lagen seinerzeit vor, sie sind – wie die jüngste Entscheidung des Herrn Bundeswirtschaftsministers ausführlich darlegt – auch heute gegeben. Man sollte, meine ich, keinen Anstoß daran nehmen, wenn von einer derartigen gesetzlichen Möglichkeit Gebrauch gemacht wird.

  • Bisher wurden Sie immer als „Chef des umsatzstärksten deutschen Konzerns“ apostrophiert, damit hat es jetzt ein Ende. Wie werden Sie damit fertig?