Als die französische Regierung Ende Dezember in letzter Minute den count-down für das Europäische Währungssystem wegen des sogenannten Währungsausgleichs im EG-Agrarhandel unterbrach, hatte sie wohl nicht geglaubt, daß sie die Geister, die sie da rief, einmal nicht mehr loswerden würde. Jetzt geht es in Brüssel nicht mehr um eine Bereinigung des agrarpolitischen Umfeldes, wie sie Frankreich zur Voraussetzung für den Start des Währungssystems gemacht hatte, inzwischen steht ein grundlegender Kurswechsel in der gemeinsamen Agrarpolitik zur Debatte. Ihn aber wollte die französische Regierung mit ihrer auf Expansion ausgerichteten Agrarpolitik bestimmt nicht.

Daß ausgerechnet London, das sich am Währungssystem nicht beteiligt, mit der Forderung nach einem Einfrieren, „möglicherweise einer Senkung“ der EG-Agrar-Preise den mühsam gezimmerten Kompromiß über den Währungsausgleich blockiert, entbehrt nicht der Ironie. Aber dies war zu erwarten, seit die Briten im vergangenen Jahr unmißverständlich auf Reformen der kostspieligen Agrarpolitik gedrängt hatten (siehe S. 19.: „Von Helmut Schmidt enttäuscht“).

Dennoch ist das Brechstangenverfahren, zu dem der britische Minister Silkin griff, unredlich – und auch kontraproduktiv. Mit Vetos und Junktims erreicht man in Brüssel nichts, schon gar nicht eine Reform der Agrarpolitik, hhb