Von Heinz Josef Herbort

Sie spielen zusammen seit über fünfundvierzig Jahren. Sie balgten am Strand und in den Straßen von Tel Aviv, wo sie gebaren wurden und aufgewachsen sind, sie verloren einander nicht aus den Augen, als sie aufs Konservatorium kamen, behielten auch Kontakt, als sie zur Akademie und Universität wechselten, und selbst als Studenten der New Yorker Juilliard School konnten sie sich wenigstens ab und zu verständigen.

Dann trennten sich für eine Zeitlang die Wege. Der eine, Chaim Taub, ein Geiger, ging nach Pittsburgh, würde dort Konzertmeister unter William Steinberg, der andere, der Cellist Uzi Wiesel, gewann einen Preis beim Seminar und Wettbewerb der Avantgarde in Tanglewood, einen zweiten in Moskau, einen dritten in Paris, war bei Casals und verlegte sich aufs Konzertieren.

1959 kamen beide aus den USA zurück, der eine wurde Konzertmeister beim Israel Philharmonie Orchestra, der andere Leiter der Cello-Klasse an der Universität von Tel Aviv. Als sie sich wiedersahen, war es eine Angelegenheit eines Abends: Gründung eines Streichquartetts.

Da war noch Daniel Benyamini, den sie aus der Kinder- und Konservatoriumszeit kannten; er hatte in Jerusalem studiert und war schon seit 1950 bei den Philharmonikern, inzwischen Konzertmeister und Leiter der Bratschengruppe.

Es kam hinzu ein Emigrant aus Rußland, Yefim Boyko, der in Moskau bei Oistrach gelernt hatte, dann auch bei den Philharmonikern anfing, heute die zweiten Violinen anführt.

Als die vier sich zur ersten Probe trafen, 1959, legten sie Mozart aufs Notenpult, das „für. seine Mayestätt dem König von Preussen“ geschriebene Quartett KV 575 – Mozart hatte sich damit und mit zwei anderen Werken eine Anstellung in Potsdam verschaffen wollen, bekanntlich blieben dies nicht seine einzigen Bemühungen, die vergeblich waren.