Sybil Gräfin Schönfeldt: „Sonderappell – 1945: Ein Mädchen berichtet“. Der Anlaß war ein ZEIT-Artikel, der vor vier Jahren erschienen ist: „1945 war das Jahr der Frau“. Das Echo auf diese Zeilen hat die Autorin veranlaßt, jene Zeit zwischen Krieg, Flucht und Frieden in Oberschlesien, Böhmen und Österreich, jene Monate im Arbeitsdienst und auf der langen Irrfahrt nach Hause ausführlich zu beschreiben. Sie hat versucht, ihre Heldin Charlotte nicht klüger und vorausschauender als jenes Mädchen sein zu lassen, das sie damals selbst gewesen ist: eins von den vielen, die im Rahmen des „Totalen Krieges“ von der Schule zum RAD, dem Reichsarbeitsdienst, zum Kriegshilfsdienst oder zur Flak kamen und allein mit dem Chaos des Zusammenbruchs fertig werden mußten. Es ist auch die Geschichte eines Mädchens, das diese Zeit als Herausforderung erlebte, das zwar seine kindliche Unbefangenheit und sein Vertrauen ziemlich unvermittelt verlor, dafür aber etwas anderes gewann: Selbstsicherheit und die Entdeckung der eigenen Person. (Carl Ueberreuter Verlag, Wien, 1979; 192 S., 16,80 DM).