Arrckiteikturr

Arr, di Arr, di Arrckitucktnjarr, di sünd tautal pfarrucktn. Pauhn onz euburoll Quaduren, vo se gurrnücht henngehuren. Vn demn Hurrz büsz ze denn Ullpn snd di Häusur steitz di sullpn. Duch di Arrckitucktn tschumpfen: Onzre Pauhörrn snd di Tumpfn! Olle zullte mon kastruren, düßße auff ze pauhin huren; odur stott ünn rachtn Winkuln se dönn pauhin, wi se pinkuln.

Aus „Starckdeutsch“. Sämtliche Gedichte von Matthias Koeppel (Edition Natubs, Berlin) zitiert in der „Bauwelt“ 8/1979

Holzner muß in den Knast

Von Günther Anders bis Siegfried Lenz, von Richard Hey bis zum Präsidiumsmitglied des Schweizer PEN-Clubs Hans Kühner-Wolfskehl: zahllose Appelle an den Niedersächsischen Landtag, im Falle Michael Holzner Gnade vor Recht ergehen zu lassen, waren das Echo auf den Artikel „Schuldlos schuldig?“ in der ZEIT Nr. 7 (siehe auch Leserbriefe, Seite 63). Alles vergebens. Der Schriftsteller muß in den Knast. Redakteur, Romancier, Student? Egal, egal: Strafe und Sühne, kein Vergeben für acht Jahre zurückliegende Taten. So wird der Gedanke der Resozialisierung ad absurdum geführt. Besser eingesperrt als Sozialhelfer: So entschied jetzt der Rechtsausschuß. Justizminister Schwind hatte ein Gnadengesuch schon im vergangenen Sommer abgelehnt. Die letzte Entscheidung – es sei denn, Landesvater Albrecht ließe sich erweichen, von seinem Gnadenrecht Gebrauch zu machen – liegt nun noch einmal bei ihm. Ganz groß liest man ein C vor dem Namen seiner Partei; es steht, so hört man, für christlich. In dem Buch, auf das dieser Begriff sich zurückführt, ist dieser Satz geschrieben: „Es wird mehr Freude im Himmel sein über einen Sünder, der Buße tut, denn über 99 Gerechte.“ Doch das Etikett „christlich“ im Munde führen und christlich handeln – das ist wohl zweierlei.

Rettet das Hölderlin-Haus in Homburg!

In Bad Homburg vor der Höhe ist eine Aktion „Rettet das Hölderlin-Haus!“ gegründet worden, die gegen den drohenden Abriß des letzten sichtbaren Erinnerungsstückes an die Jahre des Dichters in der hessischen Residenzstadt kämpft. Vom Sommer 1804 an lebte der schon von der Krankheit gezeichnete Dichter für ein Jahr in dem schönen Barockhaus des französischen Uhrmachers Galame in der Dorotheenstraße 36. Das schlichte Bürgerhaus, charakteristisch für den Wohnstil des frühen 18. Jahrhunderts, ist schon seit längerem nicht mehr bewohnt. Es gehört zum Grundstücksbeständ einer ehemaligen Maschinenfabrik. Das ganze Viertel soll jetzt abgerissen und neu bebaut werden. Auch wenn nichts mehr in dem Haus an den Dichter erinnert, könnte es nach Ansicht von Architekten und Denkmalpflegern erhalten und als Gedenkstätte ausgebaut werden. Adrian Clemens, ein heimatkundlicher Fachmann, der auch schon eine Bürgerinitiative zur Rettung des „Fürstenbahnhofs“ gegründet hat, sucht jetzt Helfer – und Mäzene – für den Umbau des Hauses in ein Museum. Essoll Erinnerung an Hölderlin und seinen Freund und Förderer, den Hessen-Homburgischen Geheimrat Isaac von Sinclair wachhalten, der Hölderlin (pro forma) die Stelle eines landgräflichen Hofbibliothecarius verschaffte, wobei er selber heimlich auf eine Besoldungszulage von jährlich 200 Gulden zugunsten des kranken Freundes verzichtete. Weitere Auskünfte erteilt Adrian Clemens (Stedter Weg 64, 6380 Bad Homburg).