Wird Davignon neuer Nato-Sekretär?

Der belgische EG-Kommissar Etienne Davignon hat Aussicht, eines Tages Nachfolger des Nato-Generalsekretärs Luns zu werden. Mehrere Regierungen der Allianz würden seine Kandidatur unterstützen. Davignon machte sich bei den Vorarbeiten für die Institutionalisierung der außenpolitischen Zusammenarbeit in der EG einen Namen. Ob ein Amtswechsel in der Nato nach den Veröffentlichungen über eine Mitgliedschaft von Luns in der holländischen nationalsozialistischen Bewegung besondere Aktualität erhalten hat, läßt sich noch nicht vorhersagen.

Chinesen nach Chile?

Peking ist seinen Freunden ein guter Freund, überall in der Welt. So hat die Volksrepublik – noch vor der „Strafaktion“ gegen Vietnam – Chile militärische Hilfe für den „Fall eines sowjetischen oder kubanischen Angriffs“ zugesichert. Chiles Lufwaffen-Chef Matthei Aubel zog sich bei der Kommentierung dieses grandiosen Schutzversprechens elegant aus der Affäre: „Von streng militärischen Gesichtspunkten aus betrachtet bin ich der Ansicht, daß dies eine noble Geste der Volksrepublik China ist“ – mehr wohl in der Tat nicht.

Keine Gnade für den Dichter

Als der südkoreanische Präsident Park im Dezember 106 Gefangenen die Freiheit gewährte, war einer nicht darunter – der Dichter Kim Chi Ha. Seine lebenslange Haftstrafe wurde lediglich auf zwanzig Jahre herabgesetzt. Da Kim an schwerer Tuberkulose leidet, kommt dieser Entscheid einem Todesurteil gleich. Deshalb haben sich in den letzten Wochen viele Schriftsteller der Bundesrepublik, kirchliche Vertreter und amnesty international für seine Freilassung verwandte Warum Kim, der in seinen Schriften das Park-Regime kritisiert hatte, noch immer festgehalten wird, war bislang von den Behörden Südkoreas nicht zu erfahren.

Ein Bischof trinkt nicht

Der hannoversche Landesbischof D. Eduard Lohse wird vom 13. März bis zum 14. April keinen Alkohol trinken. Damit schließt er sich einem Aufruf des Landesjugendpfarramts seiner Kirche an, die Fastenzeit vor Ostern als „vier Wochen ohne Alkohol“ zu verbringen. Der Bischof nennt den Aufruf „beispielhaft“ für die Suche nach einem neuen Lebensstil. Der Aufruf sei aus Gesprächen von Jugendlichen hervorgegangen, die sich darüber im klaren seien, daß in der Bundesrepublik 150000 Kinder und Jugendliche vom Alkohol abhängig seien.