An der gewerkschaftseigenen Wohnungsgesellschaft „Neue Heimat“ reibt es sich gut. Als der Chef des Unternehmens, Albert Vietor, auf seiner jüngsten Pressekonferenz einen „Kahlschlag“ wünschte, mit dem man den deutschen Slums zu Leibe rücken müsse, lud er den Zorn jener auf sich, die in liebevoller, aber kostspieliger Behutsamkeit an die Stadterneuerung gehen wollen. Ein paar Tage darauf zog Vietor den Ausdruck „Kahlschlag“ mit Bedauern zurück.

Stolz war er darauf, daß die „Neue Heimat“ noch nicht angeklagt worden war, weil sie Sozialwohnungen zu Eigentumswohnungen macht. Von den Gegnern solcher Maßnahmen wird dies gemeinhin als „Spekulationsgeschäft mit Sozialwohnungen“ gebrandmarkt. Victor meinte, das bisher gezeigte Verständnis könne eigentlich nur mit den günstigen Bedigungen zusammenhängen, zu denen „Neue Heimat“-Mieter ihre Wohnung als Eigentum erwerben können.

Das nimmt die Notgemeinschaft spekulationsgeschädigter und -bedrohter Mieter in Hamburg natürlich nicht zur Kenntnis. Sie beklagt vielmehr, daß dem Markt auf diese Weise preiswerte Wohnungen entzogen werden. Dabei handelt diese „Gemeinschaft“ nach dem Motto: Wir haben eine Wohnung, ob andere eine bekommen, ist uns egal. Denn das sollte man wissen: Die „Neue Heimat“ will den Verkaufserlös ihrer Wohnungen für den Wohnungsneubau einsetzen.

K. W.