Diese Podiumsdiskussion darf man füglich in die lange Reihe derjenigen Veranstaltungen mit einbeziehen, in denen die Teilnehmer am Ende genauso weit waren wie zu Beginn. Auch nach zweieinhalb Stunden ZEIT-Forum zum Thema „Kurtaxe“ auf der Internationalen Tourismus-Börse in Berlin blieben Gegner überzeugte Gegner, Befürworter überzeugte Befürworter. Auch, und gerade weil die Fronten zwischen Kurtax-Nehmern und Kurtax-Gegnern so verhärtet sind, wird die Reiseredaktion das Gespräch über Sinn und Unsinn dieser Gästesteuer weiterführen.

„Kurtaxe nein oder ja, das wird noch lange umstrittenes Thema sein“, meint auch die Süddeutsche Zeitung in ihrem Bericht über das ITB-Forum – und sieht sogar so etwas wie einen Silberstreif am Horizont. „Von oben“, so heißt es, sei die leidige Gebühr sicher nicht abzuschaffen, „vielleicht aber wird sie in Alleingängen von Kur- und Fremdenverkehrsorten oder Urlaubsgebieten allmählich abgebaut werden können.“

Zur Eröffnung der Diskussion hat die Reiseredaktion der ZEIT sechs „Anklagen“ gegen die Kurtaxe formuliert. Unserer Meinung nach ist die Abgabe

1. unwirtschaftlich: weil sie als Bagatellsteuer wenig einbringt, der Verwaltungsaufwand, um sie einzutreiben aber zwischen zehn und 35 Prozent der Einnahmen verschlingt;

2. unsozial: weil sie allen eingebauten Klauseln zum Trotz die Familien stärker als den Einzelreisenden trifft;

3. verbraucherfeindlich: weil sie von Ort zu Ort, von Region zu Region in unterschiedlicher Höhe eingezogen wird, in vielen Prospekten nicht klar erkennbar ausgedruckt und ihre Eintreibung oft mit unerfreulichen Begleiterscheinungen verbunden ist;

4. imageschädigend: weil sie den deutschen Fremdenverkehr auf lange Sicht hemmt und dem kurtaxfreien Nachbarn nützt;