Auf der „schwarzen liste“ des Boykottbüros stehen 6000 Firmen

Von Teddy Preuss

Kaum war der Ölstrom aus Iran versiegt, kaum drohte Öl auf den Märkten der westlichen Welt knapp zu werden, da vermehrte das Boykottbüro der arabischen Liga seine Aktivitäten wieder erheblich. Seit mehr als vier Jahrzehnten bemüht sich diese Organisation, einen Wirtschaftskrieg gegen die Israelis zu organisieren, erst gegen die israelischen Siedlungen in Palästina, dann gegen den Staat Israel. Nun sah es die Chance, das Öl als Waffe in seiner Strategie zu verwenden.

Sechstausend Firmen in westlichen Industriestaaten, so meldete der arabische Pressedienst ATS im Oktober letzten Jahres, stehen auf der „schwarzen Liste“. Und das bedeutet, daß die arabischen Staaten mit ihnen keine Geschäfte machen sollen. 600 Unternehmen, so behauptet die Agentur weiter, hätten ihre Niederlassungen oder Tochtergesellschaften in Israel aufgegeben.

Sanktionen statt Verbote

Die Idee war ein Import aus dem Dritten Reich. Dem Mufti von Jerusalem, Anim el-Husseini, eng mit führenden Nazis befreundet, gefiel neben anderen Nazi-Ideen der Plan, die Juden wirtschaftlich zu boykottieren. Und auf seine Initiative hin beschloß eine Konferenz arabischer Staaten, jede wirtschaftliche Zusammenarbeit mit den jüdischen Gemeinden in Palästina einzustellen.

Nach dem Zweiten Weltkrieg, am 2. Dezember 1945, wurde der Boykott von der neu gegründeten arabischen Liga institutionalisiert. In Kairo wurde das Boykottbüro gegründet, das 1949 nach Damaskus übersiedelte.