Die meisten Leserbrief-Schreiber sind „contra Kurtaxe“

Für die Fremdenverkehrsgemeinden ist die Kurtaxe eine notwendige Einnahmequelle. Allerdings ist die Form der Erhebung unseriös, über das Kleingedruckte, mit oft komplizierten Detailregelungen und der Zahlungspflicht am Ende des Urlaubs. Mehr Preiswahrheit bringt der Inklusivpreis, bei dem die Kurtaxe in dem Übernachtungspreis enthalten ist. Der Inklusivpreis erlaubt dem Urlauber eine bessere Kalkulation. Er wird gerade die kleineren deutschen Fremdenverkehrsgemeinden attraktiv machen, die dann ihre Preisgünstigkeit stärker ausspielen können. Daß die Urlauber durch Inklusivpreise verstärkt zum Urlaub im Ausland angeregt werden, wird sich ebenso als Märchen herausstellen wie vergleichbare Befürchtungen, die vor Einführung der Inklusivpreise im Gaststättengewerbe (Preis plus Bedienung plus Umsatzsteuer plus Getränkesteuer) geäußert wurden.

(Prof. Dr. Chr. Becker, Universität Trier)

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Mein Mann und ich befanden uns im Jahre 1976 im Monat Juni zu einem Kurzurlaub in Nordfriesland. Das Datum des 30. 6. 1976 hatten wir gewählt, um einen Tag auf Norderney zu sein; genau gesagt: 5 Stunden! Es war warmes Sommerwetter, wir hatten nicht einmal eine Einkaufstasche mit – nur ich meine Handtasche – als Senioren-Ehepaar waren wir auch zu erkennen. Wir wollten nur auf der oberen Strandpromenade einen Blick auf das Meer werfen. Trotzdem wir dem Kontrolleur unsere Tages-Rückfahrkarte-Schiff zeigten, mußten wir je Person 4 Mark, also 8 Mark Kurtaxe bezahlen; auch diese Tageskarte Nr. 04850 vom „Staatsbad“ Norderney ist noch in meinem Besitz.

(Name und Anschrift der Redaktion bekannt)

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