Jimmy Carter konnte überzeugen

Von Ulrich Schiller

Kairo, im März

Der Friede zwischen Israel und Ägypten ist plötzlich in greifbare Nähe gerückt, und das ist keine diplomatische Floskel mehr. Einige sagen, er sei praktisch schon da. Auf dem Flughafen von Kairo am Dienstagnachmittag konnte Präsident Carter "die wichtige Mitteilung" machen, daß nun alle Elemente für den israelisch-ägyptischen Friedensvertrag beisammen sind, für den Vertrag also, der der Eckstein für die Gesamtfriedensregelung im Nahen Osten liefern soll.

Der amerikanische Präsident ist nicht mit leeren Händen nach Washington zurückgekehrt. In buchstäblich letzter Minute seiner Nahostreise hat er die Wende vom scheinbar offenen Ausgang zum erfolgreichen Schluß herbeigeführt. Wie man hört, ist daran der israelische Außenminister Dayan maßgeblich beteiligt gewesen.

Jimmy Carter war aus Israel noch Dienstag mittag unter dem allgemeinen Eindruck abgereist, der Präsident habe sein Ziel nicht erreicht. Sein Abstecher in Kairo schien dem Zweck zu dienen, Anwar el-Sadat über einige erzielteResultate, aber vor allem auch über die weiterhin bestehenden Differenzen zu informieren. Warum Carter das höchstpersönlich tun wollte, schien durchaus mit der Annahme gerechtfertigt, er wolle Ägypten unter allen Umständen auf Friedenskurs halten, auch wenn der erhoffte Durchbruch nicht gelungen sei. Noch in der Nacht zum Dienstag waren informierte Männer in der Umgebung des Präsidenten enttäuscht und niedergeschlagen – auch wenn sie sich noch nicht geschlagen gaben. Aber einige Schwierigkeiten schienen eben zur Zeit nicht lösbar.

Es waren hauptsächlich drei Streitpunkte, an denen sich, die amerikanisch-israelischen Gespräche festgebissen hatten: