DIE ZEIT

Neue ZEIT-Serie: Das Getto

In drei Tagen wollten die Deutschen im April 1943 den Rest des Warschauer Gettos liquidieren. Aber diesmal, nach den Massendeportationen des Sommers 1942, stieß die SS auf jüdische Frauen, Männer (und Kinder), die lieber kämpfend sterben wollten, als sich widerstandslos in die Gaskammern treiben zu lassen.

Ringsum Gefahr

Keine Böllerschüsse, kein Champagner, keine Reverenz vor dem historischen Augenblick: Fast lautlos, nur von einer dürren Erklärung des Ratsvorsitzenden Giscard d’Estaing begleitet, hat das Europäische Währungssystem zu arbeiten begonnen.

Vorzimmer-Pannen

Schamhaft und nachsichtig wolle die Partei mit dem Mantel der Harmlosigkeit zudecken, was eine spionagetechnische Meisterleistung dieses Jahrhunderts sei; statt der Öffentlichkeit reinen Wein einzuschenken, flüchte man sich in Vernebelung und Vertuschung, vertraue man auf Kosmetik und Augenwischerei – so scholl es vor fünf Jahren den Sozialdemokraten in die Ohren, als der Spion im Kanzleramt dingfest gemacht worden war.

Zitter-Partie

Wie eine langweilige Pflichtübung begann der Wahlkampf in Berlin und Rheinland-Pfalz, jetzt gewinnt er plötzlich Spannung, Dramatik Nicht, daß es den Wahlkämpfern gelungen wäre, gewaltige Emotionen zu entfachen.

Carters Durchbruch zum Frieden

Präsident Carter ist, allen Unkenrufen zum Trotz, nicht mit leeren Händen aus dem Orient zurückgekehrt. Es hat sich gelohnt, daß er alles auf eine Karte setzte, daß er das ganze Gewicht seines Amtes und seiner Person in die Waagschale warf.

Worte der Woche

„Der Prozeß, den Karl Carstens gegen mich geführt hat, hat sicher nichts mit der Bundespräsidentenwahl zu tun, aber charakterisiert doch die Persönlichkeit Carstens.

Zeitspiegel

Eine feine Nase hatte Herbert Wehner. Am Montag warteten die Spiegel-Redakteure Freudenhammer und Vater wieder mal mit einer langen Recherchen-Geschichte auf über Wehners geheimste Deutschlandpläne.

Carter - gewagt und gewonnen

Sechzehn Monate nach Sadats Jerusalem-Reise, sechs Monate nach Camp David war der Frieden im nahen Osten noch immer völlig ungewiß. Dann setzte Jimmy Carter alles auf eine Karte – und gewann.

Regierungschefs in Paris: Euro-Gipfel ohne Fernsicht

Eigentlich hätte dieser dreizehnte Europäische Rat ein Gipfel der Pauken und Trompeten werden müssen. Schließlich galt es, ein Ereignis ersten Ranges zu feiern: die Geburt des europäischen Währungssystems (EWS).

Fall Carstens: Vom Kanzler getilgt?

Es war nicht ohne Pikanterie, daß Bundeskanzler Helmut Schmidt just die Sicherheitsdebatte des Bundestages zum Anlaß nahm, um von seinen erfolgreichen Vermittlungsbemühungen im Streit zwischen Karl Carstens und dem früheren SPD-Bundestagsabgeordneten Günther Metzger zu berichten.

Spionage: In einer kleinen Stadt...

Harmlos an der Oberfläche, darunter brodelndes Agentenleben – dieses Bild von einer kleinen Stadt in Deutschland ist Roman, aber es enthält auch ein Stückchen wahre Geschichte.

BONNER BÜHNE: Lauter liebe Freunde

Nach der Bundesregierung, dem ZDF-Chefredakteur Reinhard Appel und den 150 Studiogästen ist nun auch der Pressereferent der deutschen Botschaft in Den Haag unter die Sündenböcke gereiht worden.

Weiter Krise

Nach dem Scheitern des Republikaners La Malfa beauftragte der Staatspräsident wiederum den amtierenden Regierungschef Andreotti, diesmal zusammen mit La Malfa und dem Sozialdemokraten Saragat (als Vizepremiers), ein neues Kabinett zu bilden.

Jean Villot

Der plötzliche Tod des Kardinalstaatssekretärs Jean Villot (73), dessen Amtszeit Johannes Paul II. vorläufig verlängert hatte, macht die Frage der Neubesetzung vatikanischer Spitzenpositionen und den Termin eines Konsistoriums für Kardinals-Ernennungen dringender.

Ferne Wasser löschen keine Feuer

Der russische Eisbär schwamm im Chinesischen Meer und spähte über den Golf von Tonking, ohne eine Chance zum Prankenhieb auf den chinesischen Drachen, der sich quer über die sechs nördlichen Grenzprovinzen Vietnams wälzte und den Zugang zum Hauptsiedlungsgebiet Vietnams in seine Krallen brachte.

Von Marx zu Marx

In Bonn und bei der Nato in Brüssel wimmelt es nur so von Sekretärinnen, sogenannten „Schwachstellen“, die auch als „weiche Flanke“ unserer Verteidigung gelten.

Krise und Schmierenkomödie

Seit einem Jahr hält der Skandal um das ehemalige Informationsministerium Südafrikas die erstaunte Öffentlichkeit in Atem. Fast jede Woche bringt neue Enthüllungen.

Rheinland-Pfalz: Schlechte Zensuren

Schatten fielen auf den blanken Mercedes-Stern: In Rheinland-Pfalz sind immer noch Daimler-Benz-Niederlassungen in staatsanwaltschaftliche Ermittlungsverfahren verwickelt.

Knallharte Beweise

Besonders kritisch müssen Prozeßbeobachter Indizienprozesse verfolgen, so wie sie es auch in der zwölftägigen Hauptverhandlung gegen Hermann Kraft vor einer Schwurgerichtskammer in Rastatt getan haben.

Wie links ist das Fernsehen?

Es heißt vielerorts, wir seien „zu links“. Da müßte doch, wenn wir schon mit solchen Klischees hantieren, zunächst die Frage beantwortet werden, wo denn die Mitte des Maßstabs ist.

Humane Demokratie: Neben dem Dritten Weg

wird ihm gerecht. Der Mitarbeiter von Ota Sik und Fritz Vilmar geht über deren Konzeption eines Dritten Weges jenseits von Kapitalismus und Staatskommunismus hinaus, indem er in kritischer Auseinandersetzung mit Marx Elemente aus der Tradition von Proudhon (den er freilich nicht erwähnt), Burnham, aber auch des funktionalen Sozialismus des Schweden Adler-Karlsson und der Geld- und Kredittheorie des Steiner-Anhängers Schwundt aufnimmt.

Chinas Außenpolitik: Der Gegner ist die Sowjetunion

Trotz der dramatischen Abkehr Chinas vom revolutionären Maoismus hat die Außenpolitik ihre Kontinuität bewahrt und jenen Kurs grundsätzlich beibehalten, den ihr Tschou En-lai und Mao Tse-tung Ende der sechziger Jahre gegeben haben, Zielpunkt ist der Abbau der Doppelkonfrontation mit den beiden Supermächten USA und Sowjetunion.

Afrika: Wo Bonn versagte

Es geschieht selten, daß ein Sachbuch zu einem aktuellen Thema auf den Markt kommt, das zum Zeitpunkt seines Erscheines nicht bereits wieder von den Ereignissen überholt ist.

Angst vor dem schwarzen Mann?

Angst haben sie alle vor dem schwarzen Mann. Die Gewerkschaften halten ihn für einen Jobkiller und die selbständigen Handwerker für einen unlauteren Konkurrenten.

BONNER KULISSE

Die Spekulationen über einen möglichen Rücktritt bzw. ein vorzeitiges Ausscheiden von Rüstungstaatssekretär Karl Schnell aus seinem Amt haben sich ins Nichts aufgelöst.

„Neue Heimat“: Angriffsflächen

An der gewerkschaftseigenen Wohnungsgesellschaft „Neue Heimat“ reibt es sich gut. Als der Chef des Unternehmens, Albert Vietor, auf seiner jüngsten Pressekonferenz einen „Kahlschlag“ wünschte, mit dem man den deutschen Slums zu Leibe rücken müsse, lud er den Zorn jener auf sich, die in liebevoller, aber kostspieliger Behutsamkeit an die Stadterneuerung gehen wollen.

Europäische Gemeinschaft: Wahlgeschenk

Drei Monate vor den ersten Wahlen zum Europäischen Parlament hat die Kommission in Brüssel auf ein Vorhaben verzichtet, das der Popularität der Gemeinschaft beim Wähler nicht förderlich gewesen wäre.

Entwicklungshilfe: Formeldenken

Weltbank-Präsident McNamara nahm seinen jüngsten Besuch in Bonn zum Anlaß, den Industrieländern und insbesondere der Bundesrepublik die Leviten zu lesen; sie seien noch immer weit von dem Versprechen entfernt, jährlich 0,7 Prozent ihres Bruttosozialprodukts als öffentliche Hilfe, in die Dritte Weit zu transferieren.

Im dritten Anlauf

Nach Fehlschlagen bei GHH und Nixdorf übernimmt VW nun die Elektronikgruppe Triumph-Adler

Marken mit Geschichte: Die lachende Kaffeekanne

Die Filialen, so lautete der Plan des jungen Kaufmannes, sollten in dichten Wohngebieten eingerichtet werden, eine gleichartige Ausstattung müßte sie leicht kenntlich machen, Wen – ge, aber wichtige Waren sollten angeboten werden, und sie sollten von immer gleichmäßiger Qualität sein.

MANAGER UND MÄRKTE

Die Amerikaner können es offenbar nicht verwinden, daß das Auslandsbankengesetz den ausländischen Banken die schlimmsten Hindernisse für ihre Geschäftstätigkeit in den Vereinigten Staaten aus dem Wege geräumt hat.

ZEITRAFFER

Zwar nicht wie der Schnee in der Märzsonne, aber doch spürbar ist die Zahl der Arbeitslosen geschmolzen: 90 200 oder 7,4 Prozent weniger als im Vorjahr zählte jetzt die Bundesanstalt für Arbeit in Nürnberg (BfA).

Volle Auslastung...

Scheuten: Wir brauchen sie aus ökologischen und ökonomischen Gründen: Aus ökologischen, um die abgebrannten Brennelemente aus den Kernkraftwerken durch Bearbeitung auf ein Minimum, an radioaktivem Abfall zurückzuführen.

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