Der plötzliche Tod des Kardinalstaatssekretärs Jean Villot (73), dessen Amtszeit Johannes Paul II. vorläufig verlängert hatte, macht die Frage der Neubesetzung vatikanischer Spitzenpositionen und den Termin eines Konsistoriums für Kardinals-Ernennungen dringender. Villot, seit Mai 1969 der erste nichtitalienische „Regierungschef“ der Römischen Kirche, war nicht so sehr als Franzose, sondern infolge seiner zurückhaltenden Wesensart im Schatten der beiden Häuptmitarbeiter Pauls VI., des Substituten Benelli und des „Außenministers“ Casaroli, geblieben. Sein Nachfolger kann unter einem polnischen Papst nur ein Italiener sein. Meistgenannter Kandidat ist Casaroli.