Eine Blondine auf einem Gletscher hat die Gemüter einiger politischer Herren im derzeit unterkühlten Alaska in Wallung gebracht. Die durchaus erbauliche Dame hat auf einer von acht Hochglanz-Seiten in der amerikanischen Ausgabe der Zeitschrift Vogue für Ferien in Alaska geworben.

Und das war denn doch des Guten zuviel für die ehrbaren Repräsentanten des Staates, zumindest für einige. Ihnen behagte die 150 000 Dollar teure, in einer Agentur auf Hawaii entworfene Anzeige ohnehin nicht. Was sollen die schmuck gewandeten jungen Leute auf der Pipeline? Und dann das verspielte Paar, das in der romantischen Holzhütte womöglich „schwüle“ Gedanken an ein Urlaubsglück im Norden erweckt? Es ging um die Moral, die in diesem sauberen Landstrich zu bewahren sei. Und dafür lohnt sich nicht hinter den Wäldern und vor dem Polarkreis ein aufrechtes Eintreten, in den Zeitungen und vor den Kameras.

Die Bewahrer erhielten in ihrem Streite Verstärkung von der progressiven Front, unerwartet vielleicht, aber doch dankbar verzeichnet. Beim Kampf ums Gute muß einem jeder Bundesgenosse recht sein. Auch Alaskas Feministinnen. Sie sahen eine üble Vermarktung der Frau. Beide Alliierten erinnerten sich daran, daß gerade Alaska schon 1913 das Frauen-Stimmrecht eingeführt habe. Und nun diese sexuelle Diskriminierung!

Bei der Reinheit der Gletscher, es gilt, den Anfängen zu wehren. Droht doch die Anzeige: „Alaska! Hier ist Freiheit. Hier ist Ermunterung ... Alles verschworen, diese prophetisch neuen Ferien zu kreieren“.