Zwischen Kaschmir und Tibet liegt das indische Tibet: Ladakh. Das kleine Land im Himalaya, eines der höchstgelegenen auf dieser Erde, ist erst seit 1974 für westliche Touristen. zugänglich und gilt seitdem als „heißer“ Tip für Individualisten. Das läßt sich schon an den Besucherzahlen messen: 1974 kamen erst 400, 1977 waren es bereits über 7000. Und vermutlich werden es – leider – in Zukunft immer mehr werden, zumal auch die bisher beschwerliche Anreise zunehmend einfacher wird. Seit Anfang 1979 gibt es einmal in der Woche einen Direktflug Delhi–Leh.

Bisher kamen die meisten Touristen organisiert. Aber auch für sie dürfte der vorliegende Band:

Helga Hirschberg: Ladakh – das andere Tibet. Reise- und Kulturführer, 228 S., 1 Übersichtskarte und 2 Trekkingkarten. Geobuch-Verlag, München, 1978, 24,80 Mark,

nützlich sein, obwohl er sich in erster Linie an die alleinreisenden Individualisten wendet und ihnen im beigefügten Sprachführer sogar die Zimmersuche erleichtern will. Denn Helga Hirschberg wartet nicht nur mit einer Fülle nützlicher Tips und Empfehlungen auf, sie gibt auf relativ beschränktem Raum auch präzise Informationen über Geographie, Geschichte, das Volk, seine sozialen Strukturen, Sprache und Literatur. Sie schreibt über die das gesamte Leben der Menschen bestimmende Religion und die damit zusammenhängenden Sitten und Gebräuche.

Der zweite Teil des Bandes ist der sogenannte Reiseführer (mit Trekking-Touren). Auch hier wieder präzise und nüchtern das Wichtigste in Kürze. Wer sich ausführlicher unterrichten will, muß ohnehin auf die – meist englischsprachige – Spezialliteratur zurückgreifen, die in der Bibliographie im Anhang aufgeführt wird.

In der deutschsprachigen Reise-Literatur über Ladakh füllt der vorliegende Band eine Lücke. Es wäre schön, wenn es mehr Führer von dieser Qualität gäbe. Gabriele Venzky